Zwei Deutsche in Lebensgefahr


Bei einem Terroranschlag in Barcelona, sind mindestens 14 Menschen getötet und weitere hundert verletzt wurden. Ein Attentäter hatte dabei einen Transporter in eine Menschenmenge auf der Promenade Las Ramblas im Zentrum der Stadt gefahren. Die Polizei tötete fünf mutmaßliche Terroristen im spanischen Küstenort Cambrils und verhinderte so vermutlich ein weiteres Attentat. Aber ist noch ein Fahrzeug auf der Flucht? Die Updates im Newsblog.

  • Auf Barcelonas bekannter Flaniermeile Las Ramblas ist ein Lieferwagen in eine Menschenmenge gefahren.
  • Unter den insgesamt 14 Toten und mehr als 100 Verletzten sollen sich Menschen aus insgesamt 18 verschiedenen Nationen befinden. Auch 13 Deutsche sollen darunter sein.
  • Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ reklamierte die Tat für sich. Vier Festnahmen hat es bislang gegeben.
  • Der mutmaßliche Haupttäter des Terroranschlags in Barcelona ist spanischen Medienberichten zufolge tot.

+++ Wohnung von Imam wohl durchsucht +++

Die Polizei hat am Samstagmorgen in der Stadt Ripoll nördlich von Barcelona das Haus eines Imam durchsucht. Die Sicherheitskräfte hätten nach DNA-Proben gesucht, berichtete die Zeitung „El País“ unter Berufung auf Polizeikreise. Es gebe die Vermutung, dass es sich bei einer der beiden Leichen, die in der von einer Explosion zerstörten Wohnung in Alcanar gefunden worden waren, um den muslimischen Geistlichen handeln könnte.

+++ Außenminister Gabriel legt Blumen nieder +++

Zwei Tage nach dem Terroranschlag in Barcelona hat Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) weiße Rosen am Tatort niedergelegt. Der Minister sprach von einem „fürchterlichen“ Attentat. „Es gibt leider keine absolute Sicherheit gegenüber feigen Mördern“, sagte er. „Wir wissen, dass die Terroristen versuchen, Angst und Schrecken in den Demokratien zu verbreiten.“

+++ Deutsche Opfer in Lebensgefahr +++

In Barcelona wurden auch 13 Deutsche verletzt. Zwei Frauen schwebten noch in Lebensgefahr. Das teilte der Arzt eines Krankenhauses in Barcelona Gabriel bei dessen Besuch mit. Bisher hatte das Auswärtige Amt nur von einer lebensgefährlich verletzten Frau gesprochen. Unklar blieb, ob unter den Todesopfern auch Deutsche sind. Nach Medienberichten und offiziellen Angaben wurden bislang zehn der 14 Toten identifiziert. Das spanische Königspaar wollte am Samstag Verletzte des Anschlags besuchen.

+++ Polizei sucht in Frankreich nach weiterem Lieferwagen +++

Nach dem Anschlag von Barcelona fahnden die französischen Behörden Polizeikreisen zufolge nach einem Beteiligten. Gesucht werde der Fahrer eines weißen Lieferwagens vom Typ Renault Kangoo, sagte ein Insider am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Die spanische Polizei habe entsprechende Informationen weitergeleitet. Die Zeitung „Le Parisien“ berichtet, der Wagen sei eines von drei Autos gewesen, das die Attentäter gemietet hätten. Bisher sei es nicht wieder aufgetaucht. Demnach könnte es in Frankreich sein.

+++ Demos in Barcelona - Gabriel kann keine Blumen niederlegen +++
Wegen mehrerer Demonstrationen am Ort des Terroranschlags von Barcelona hat Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) dort nicht der 13 Todesopfer gedenken können. Er und der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian hatten auf der Flaniermeile Las Ramblas am Freitagabend Blumen niederlegen wollen. Er bleibt noch bis Samstag in Barcelona. Auch nach dem Terroranschlag hält der Bundesaußenminister Spanien für ein sicheres Reiseland. „Wir sind ganz sicher, dass Spanien nach wie vor ein Reiseland ist, bei dem wir keinerlei Warnungen aussprechen müssen“, sagte er am Freitagabend bei einem Besuch in Barcelona. Er betonte aber auch: „Es gibt keine absolute Sicherheit.“

+++ Mutmaßlicher Attentäter von Barcelona in Cambrils getötet +++
Der mutmaßliche Haupttäter des Terroranschlags in Barcelona ist spanischen Medienberichten zufolge tot. Er sei unter den Terroristen gewesen, die in der Nacht zum Freitag in der Küstenstadt Cambrils erschossen worden seien, berichteten die Zeitung „El País“ und andere Medien am Abend unter Berufung auf Polizeikreise. Sie nannten aber nicht den Namen des Verdächtigen oder andere Einzelheiten.

Polizeichef Josep Lluís Trapero hatte bereits einige Stunden zuvor angedeutet, dass der Fahrer des Tatfahrzeugs von Barcelona unter den mutmaßlichen Terroristen sein könnte, die Polizisten bei einem vereitelten Anschlag in Cambrils töteten. Die Ermittlungen gingen in diese Richtung, wurde Trapero zitiert.

+++ Mallorca errichtet nach Attentat von Barcelona Betonbarrieren +++
Nach dem Attentat in Barcelona mit mindestens 13 Todesopfern hat die Urlaubsinsel Mallorca am Freitag die Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt Palma verschärft. Arbeiter hätten Betonbarrieren in der Fußgängerzone des Zentrums installiert, speziell auf der Plaça de la Porta Pintada, zitierte die „Mallorca Zeitung“ eine Mitteilung der Stadtverwaltung. Die Maßnahmen seien vom spanischen Innenministerium angeordnet worden.

Auf der Plaça d'Espanya und in der Einkaufsstraße Sant Miquel wurden zudem schwere Blumenkübel so positioniert, dass kein größeres Fahrzeug auf die beliebte Flaniermeile fahren kann. Die Barrieren seien bereits bei großen Events wie dem Dreikönigsumzug oder Konzerten zum Einsatz gekommen, berichtete die Zeitung „Diario de Mallorca“. Die Sicherheitsmaßnahmen sollen demnach auch an der Playa de Palma verschärft werden, speziell an der Schinkenstraße, dem Hotspot des deutschen Party-Tourismus.

+++ Kolosseum in Rom bleibt dunkel +++
Aus Solidarität mit den Opfern des Terroranschlags in Barcelona bleibt das Kolosseum in Rom am Freitagabend zeitweise dunkel. Die sonst übliche Beleuchtung der Hauptattraktion in Rom werde von 22.00 bis 22.30 Uhr ausgeschaltet, teilte der italienische Kulturminister Dario Franceschini mit. Damit wolle man an der Seite der spanischen Stadt stehen, in der am Donnerstag bei einer Attacke 13 Menschen ums Leben gekommen waren. Auch der Trevi-Brunnen und das Kapitol sollten am Abend vorübergehend nicht beleuchtet werden.

+++ Attentäter von Barcelona möglicherweise in Cambrils getötet +++
Der mutmaßliche Attentäter von Barcelona ist möglicherweise tot. Spanische Medien zitierten Polizeichef Josep Lluís Trapero am Freitag mit den Worten, der Verdächtige könnte unter den erschossenen Terroristen des vereitelten Anschlags in der Stadt Cambrils sein. „Wir haben derzeit keine Antwort“, sagte Trapero demnach. „Die Ermittlungen gehen aber in diese Richtung, und wir hoffen, in den nächsten Stunden Klarheit zu haben.“ Die Sicherheitskräfte hatten zuvor mitgeteilt, der mutmaßliche Haupttäter sei der 17-jährige Moussa Oukabir. Er soll einem Bericht zufolge seinem Bruder dessen Pass gestohlen und damit den Transporter angemietet haben, mit dem Terroranschlag auf der Flaniermeile Las Ramblas verübt wurde.

+++ Attentäter von Cambrils hatten Axt und Messer im Auto +++
Die Attentäter von Cambrils haben nach Angaben der spanischen Polizei neben Attrappen von Sprengstoffgürteln auch eine Axt und mehrere Messer in ihrem Auto mitgeführt. In dem Küstenort rund 100 Kilometer südlich von Barcelona hatten Sicherheitskräfte in der Nacht zum Freitag fünf Terroristen getötet, die offenbar ebenfalls einen Anschlag verüben wollten. Bei ihrer Flucht überfuhren sie mehrere Passanten, eine Frau starb am Freitag an den Folgen ihrer Verletzungen. Bevor die Männer erschossen wurden, hätten sie eine Person mit einem Messer im Gesicht verletzt, teilte die Polizei auf Twitter mit.

+++ Anschlag war lange vorbereitet +++

Die Attacken waren nach Erkenntnissen der spanischen Polizei wohl schon seit längerem vorbereitet worden. Das teilte der katalanische Polizeichef Josep Lluís Trapero auf einer Pressekonferenz am Freitag mit. Die Ermittlungen konzentrierten sich jetzt auf ein Haus in der katalanischen Kleinstadt Alcanar, wo die Attacken mutmaßlich vorbereitet wurden, sagte er. In dem etwa 160 Kilometer südlich von Barcelona gelegenen Ort hatte es am Mittwoch eine Explosion mit einem Toten gegeben – möglicherweise in einer Bombenwerkstatt.




+++ Ein Polizist erschoss vier Angreifer in Cambrils +++

Ein spanischer Polizist hat die mutmaßlichen Terroristen in dem Küstenort Cambrils beinahe im Alleingang gestoppt. Der Beamte habe vier der fünf Männer erschossen, teilte die katalanische Polizei mit.


+++ Drei Marokkaner unter den vier Festgenommenen nach Terror in Spanien +++
Die katalanische Polizei hat nach dem Terroranschlag in Barcelona und einem mutmaßlich vereitelten Angriff in einem Urlaubsort drei Marokkaner und einen Anwohner aus der Nordafrika-Exklave Melilla festgenommen. Der Hauptverdächtige, der am Donnerstag mit einem Lieferwagen in der Innenstadt von Barcelona mindestens 13 Menschen tötete, sei nicht darunter, teilte Polizeichef Josep Lluís Trapero am Freitag auf einer Pressekonferenz mit. Die vier Festgenommenen seien 21, 27,34 und 38 Jahre alt.

+++ Vierte Festnahme +++
Die Polizei hat nach dem Terroranschlag von Barcelona einen vierten Verdächtigen festgenommen. Dies teilten die Sicherheitskräfte auf Twitter mit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

+++ Polizei riet Barcelona vergeblich zur Aufstellung von Pollern +++

Das spanische Innenministerium und die Polizeiführung haben die Verantwortlichen in Barcelona schon vor Monaten vor der Gefahr eines Terroranschlags auf der Flaniermeile Las Ramblas gewarnt. Die Stadtverwaltung sei der Empfehlung, Poller an den Rändern des Boulevards aufzustellen, aber nicht gefolgt, berichtete die spanische Presse am Freitag übereinstimmend. Die Stadtoberen hätten stattdessen entschieden, die Polizeipatrouillen auf den Ramblas zu verstärken.

Die Empfehlung zur Aufstellung von Pollern hatte das Madrider Ministerium aufgrund der Erfahrungen bei den Anschlägen in Nizza und Berlin ausgesprochen, bei denen Terroristen mit Lastwagen in Menschenmengen gerast waren. Die Stadtverwaltung von Barcelona wies demgegenüber nach Medienberichten darauf hin, dass es praktisch unmöglich sei, den Boulevard komplett mit Pollern abzusichern, weil die Straße für Feuerwehreinsätze offen bleiben müsse. Bürgermeisterin Ada Colau wurde in der Zeitung „El País“ mit den Worten zitiert: „Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht.


+++ Verletzte Frau nach Attacke in Cambrils gestorben – insgesamt 14 Tote +++

Eine Frau ist nach der Terrorattacke im spanischen Badeort Cambrils ihren Verletzungen erlegen. Die Zahl der Todesopfer in Barcelona und Cambrils stieg somit auf insgesamt 14, wie die katalanischen Rettungskräfte am Freitag auf Twitter mitteilten. Die Opfer stammen aus insgesamt 34 Ländern.

+++ Gabriel reist nach Barcelona +++

Keine 24 Stunden nach dem islamistischen Terroranschlag in Barcelona reist Bundesaußenminister Sigmar Gabriel zum Tatort. Er wolle sich gemeinsam mit dem französischen Außenminister Yves Le Drian ein Bild von der Lage machen und seine Solidarität mit den Opfern der insgesamt zwei Anschläge und mit Spanien zum Ausdruck zu bringen, hieß es aus dem Umfeld des Ministers.

+++ Bundespräsident Steinmeier schreibt an den spanischen König +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilt in einem Kondolenzschreiben an Spaniens König Felipe den Anschlag in Barcelona scharf. „Diese schreckliche Tat und die Ereignisse in Cambrils zeigen einmal mehr die ganze Menschenverachtung und geistige Leere des Terrorismus.“

+++ Tausende bei Schweigeminute +++
Tausende Menschen versammeln sich in Barcelona auf der Placa Catalunya, um gemeinsam mit König Felipe und Ministerpräsident Manuel Rajoy in einer Schweigeminute der Opfer des Anschlags zu gedenken. Von dem Platz geht die Flaniermeile Las Ramblas ab, auf der das Attentat verübt wurde.


+++ Rajoy nimmt an Sicherheitstreffen teil +++

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat zur Koordinierung der Untersuchung zu den Terroranschlägen in der Region Katalonien an einem Sicherheitstreffen in Barcelona teilgenommen. Rajoy traf am Freitagmorgen den spanischen Innenminister Juan Ignacio Zoido und Polizeibeamte. Er teilte auf Twitter mit, bei dem Treffen sollten „die neuesten Details der Anschläge in Barcelona und Cambrils“ analysiert werden.

Rajoy war am Donnerstag nach Barcelona gereist, nachdem ein Transporter dort auf eine Fußgänger-Promenade gefahren war. Dabei wurden 13 Menschen getötet und mehr als 100 weitere verletzt. Die Polizei stoppte dann einen zweiten Anschlag im nahegelegenen Küstenort Cambrils, indem sie fünf Angreifer erschoss, die ein Auto in Menschen gefahren hatten.

+++ Mehrere Deutsche unter den Opfern +++

Bei dem Anschlag sind nach Angaben des Außenministeriums 13 Deutsche verletzt worden. Einige von ihnen seien so schwer verletzt, dass sie in Lebensgefahr schwebten. Ob es auch Tote unter den deutschen Opfern gegeben habe, sei derzeit nicht klar, könne aber nicht ausgeschlossen werden.

+++ Ansprache von Kanzlerin Merkel +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Anschlag von Barcelona verurteilt. „Terrorismus kann uns tief traurige Stunden bereiten. Aber besiegen kann er uns nie“, sagt sie in Berlin. Mit den Vertretern anderer Parteien sei aus Respekt vor den Opfer für zwei Tage Zurückhaltung im Wahlkampf verabredet worden.

+++ Zelle mit mindestens acht Personen +++
Die spanischen Behörden ermitteln einem Insider zufolge im Zusammenhang mit dem Attentat in Barcelona und dem vereitelten Anschlag in der Kleinstadt Cambrils gegen acht Menschen. Es werde davon ausgegangen, dass die Taten von einer Zelle mit acht Personen verübt wurden und diese auch einen Angriff mit Gasflaschen plante, sagt eine mit den Ermittlungen vertraute Person.


+++ Schulz und Merkel schränken Wahlkampf ein +++
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollen sich wegen des Anschlags in Spanien am Freitag mit dem Wahlkampf zurückhalten. Der SPD-Chef teilte am Vormittag mit, er habe mit Merkel telefoniert. „Wir haben für den heutigen Tag vereinbart, dass wir unsere Wahlkampfaktivitäten einschränken, dass wir auf Musik verzichten“, sagte Schulz. Sie wollten damit ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Spanien setzen. „Das sind bittere Tage. Solche Tage sind traurige Momente“, sagte Schulz. Mit Merkel sei er sich „über alles politisch Trennende hinaus“ einig, dass man „dem Terror keinen Platz lassen“ dürfe und die offene Gesellschaft verteidigen müsse.

+++ Strenge Sicherheitsauflagen für Schweigeminute in Barcelona +++
Vor der für 12 Uhr mittags angesetzten Schweigeminute für die Opfer des Terrors von Barcelona hat die Polizei Teilnehmern strenge Sicherheitsauflagen gemacht. Die Menschen sollten nur zu Fuß zur Plaça de Catalunya kommen und keinesfalls Rucksäcke oder große Taschen bei sich tragen, teilten die Sicherheitskräfte auf Twitter mit. Es würden Sicherheitskontrollen rund um den Platz durchgeführt.

+++ EU-Kommission setzt Flaggen auf Halbmast +++

In Gedenken an die Opfer des Terroranschlages in Barcelona sind die Flaggen vor dem Sitz der EU-Kommission in Brüssel auf halbmast gesetzt worden. „Wir stehen an der Seite der Menschen in Barcelona und Spanien“, schrieb das Team von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Freitagmorgen in einer Twitter-Nachricht.


Auch das Bundesinnenministerium ließ auf Anweisung des Innenministers Thomas de Maiziére die Fahnen in Gedenken an Barcelona auf Halbmast setzen.


+++ Deutsche Opfer weiterhin nicht bestätigt +++

Nach dem Anschlag in Barcelona sind deutsche Todesopfer weiterhin nicht bestätigt. Es sei nicht klar, ob unter den Toten und Verletzten Deutsche seien, teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Freitagmorgen mit. Das deutsche Generalkonsulat und das Krisenreaktionszentrum des AA stünden mit den spanischen Behörden in engem Kontakt. Vertreter des Generalkonsulats seien am Ort, man gehe mit Hochdruck allen Hinweisen nach.

Das ZDF berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise von drei deutschen Todesopfern. Die katalanischen Behörden teilten lediglich mit, dass Deutsche ebenso wie Menschen aus über 20 anderen Nationen zu Schaden gekommen seien. Ob sie starben oder verletzt wurden, blieb offen.

+++Polen und Iran verurteilen Terror in Spanien +++

Polens Regierung hat die Angriffe von Terroristen in den spanischen Städten Barcelona und Cambrils scharf verurteilt. „Wir verurteilen entschieden Angriffe, die bewusst gegen wehrlose Menschen, darunter Kinder, gerichtet sind“, teilte das Außenministerium in Warschau am Freitag mit und sprach dem spanischen Volk sein Beileid aus. Die Täter nannte das Ministerium „Feiglinge, die sich falsche höhere Ziele zuschreiben“ würden.

Der Iran hat den Terroranschlag in Barcelona als ein „entsetzliches Verbrechen“ verurteilt. Der Terror kenne schon lange keine Grenzen mehr und müsse daher auch global gelöst werden, sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi am Freitag. Dementsprechend sollten laut Ghassemi alle Länder ihre politischen Differenzen beiseitelassen und ihre Priorität auf den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) fokussieren. Als eines der Opfer des IS-Terrors sei der Iran bereit, bei solch einer globalen Initiative mitzuwirken, so der Sprecher in einer Presseerklärung.


+++ Vereitelter Anschlag in Cambrils: Sprengstoffgürtel waren Attrappen +++

Die Sprengstoffgürtel der in der Stadt Cambrils erschossenen Terror-Verdächtigen waren Attrappen. Dies berichteten spanische Medien am Freitagmorgen unter Berufung auf das katalanische Innenministerium. In der Stadt 100 Kilometer südwestlich von Barcelona hatten Einsatzkräfte in der Nacht fünf mutmaßliche Terroristen erschossen. Was die Männer genau vorhatten, war weiter unklar.

+++ Dritte Festnahme +++
Die Polizei hat nach dem Terroranschlag von Barcelona in Ripoll, 100 Kilometer nördlich der Stadt, einen dritten Verdächtigen festgenommen. Der katalanische Innenminister Joaquim Forn sagte dem Sender Radio Katalonien am Freitag, die verdächtige Person sei in der nordkatalanischen Stadt Ripoll in Gewahrsam genommen worden. Am Donnerstag war eine verdächtige Person in den Stunden nach dem Anschlag in Ripoll festgenommen worden, ein weitere in Alcanar. Laut Polizei war keiner von beiden der Fahrer des weißen Transporters. Der Fahrer flüchtete zu Fuß vom Tatort.

+++ 26 Franzosen bei Terroranschlag in Barcelona verletzt +++

Bei dem islamistischen Terroranschlag im spanischen Barcelona sind 26 Franzosen verletzt worden, mindestens 11 von ihnen schwer. Das teilte das französische Außenministerium in Paris mit. Ressortchef Jean-Yves Le Drian kündigte an, noch am Freitag in die katalonische Metropole zu reisen, um die französischen Opfer zu besuchen und Spanien die Unterstützung Frankreichs zu versichern. Bei dem Terroranschlag am Donnerstag waren nach spanischen Behördenangaben mindestens 13 Menschen getötet worden, rund 100 erlitten Verletzungen.


+++ Attentäter auf der Flucht +++
Nach dem Anschlag von Barcelona suchen die spanischen Behörden mit Hochdruck nach dem Täter. In der Kleinstadt Cambrils, rund 100 Kilometer südlich der Metropole, töteten Einsatzkräfte in der Nacht fünf Personen. Dadurch sei ein weiterer Terrorangriff mit Sprengstoff-Gürteln verhindert worden, erklärten die Behörden. Der Mann, der am Donnerstag mit einem Kleintransporter viele Menschen auf der auch bei Touristen beliebten Allee Las Ramblas überfahren hatte, wurde dagegen bislang nicht gefasst. Der Polizei zufolge handelte es sich um einen Terroranschlag.

+++ Innenminister: Zusammenhang zwischen beiden Taten +++

Zwischen beiden Taten gäbe es einen Zusammenhang, sie seien dem gleichen Muster gefolgt, sagte der katalanische Innenminister Joaquim Forn dem Radiosender RAC1. Nähere Angaben machte er zunächst nicht. Der Fahrer des Kleintransporters aus Barcelona befand sich laut Forn noch auf der Flucht.

Die fünf getöteten mutmaßlichen Attentäter in Cambrils trugen Bombengürtel, wie die Polizei mitteilte. Diese seien kontrolliert gesprengt worden. Berichten zufolge überfuhren die mutmaßlichen Terroristen mehrere Zivilisten mit einem Auto, bevor sie von der Polizei gestellt und erschossen wurden. Die Polizei bestätigte zunächst nur, dass sechs Zivilisten verletzt wurden, zwei von ihnen schwer.


Vier der Angreifer starben nach Polizeiangaben sofort, ein fünfter erlag später seinen Verletzungen im Krankenhaus. Ob die Taten in Barcelona und Cambrils mit einer Explosion in Alcanar am Mittwoch in Verbindung standen, bei der ein Mensch ums Leben kam, sagte die Polizei zunächst nicht.
+++ El Pais: Schlag gegen europäische Werte +++

Die spanische Tageszeitung „El País“ spricht über den islamistischen Anschlag in Barcelona von einem „Schlag gegen die europäischen Werte“, Terrorismus suche sich seine Feinde bewusst aus und habe dieses Mal eine Stadt ausgewählt, die wie keine andere den Geist von Offenheit, Demokratie und Pluralität repräsentiere, den dieser Radikalismus beenden wolle. „Der Angriff, der an diesem Donnerstag das Herz von Barcelona erschüttert hat, ist ein Schlag gegen eine berühmte, dynamische und kosmopolitische Stadt, die Millionen Menschen aus aller Welt lieben und jedes Jahr besuchen und ein wirtschaftlicher und kultureller Motor ersten Ranges in Europa und im Mittelmeerraum ist. Aber auch gegen ein Land - Spanien - das seit dem schmerzhaften 11. März 2004 einen unermüdlichen Kampf gegen den Terrorismus führt, und einen Kontinent - Europa - der zur Frontlinie für den extremistischen Islam geworden ist, der dessen Werten zerstören möchte.“

+++ Weltgemeinschaft trauert +++
Regierungssprecher Steffen Seibert sprach sein Mitgefühl noch in der Nacht von Donnerstag auf Freitag via Twitter aus. In Solidarität und Freundschaft stünden die Deutschen an der Seite der Spanier.


Aber auch der Rest der Weltgemeinschaft reagierte geschockt auf den Anschlag in Barcelona. Die israelische Regierung ließ noch in der Nacht das Rathaus in Tel Aviv in den Farben der israelischen und der spanischen Flagge erstrahlen. Israel stehe an der Seite der Menschen in Spanien, schreibt die israelische Botschaft in Berlin über ihren Tweet.


+++ Rajoy: „Die Antwort muss global sein“ +++

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy beriet sich vor Ort mit hochrangigen Vertretern des Sicherheitsapparats. Er kündigte bei einer Pressekonferenz einen Pakt gegen den Terrorismus an. „Es ist eine globale Bedrohung und die Antwort muss global sein“, sagte er laut der Zeitung „La Vanguardia“. Die Regierung rief drei Trauertage aus. Am Freitag sollte auch König Felipe zu einer Gedenkminute nach Barcelona kommen.

+++ Augenzeuge: „Er wurde einfach nicht langsamer“ +++
Augenzeugen zufolge war ein weißer Transporter mit hoher Geschwindigkeit in einem Zick-Zack-Kurs durch die bei Touristen beliebte Straße in Barcelona gefahren. „Leute haben geschrien und wir haben einen Knall gehört“, sagte der britische Tourist Keith Welling, der mit seiner Frau und seiner neunjährigen Tochter erst am Mittwoch in der Stadt angekommen war. „Er wurde überhaupt nicht langsamer“, sagte ein anderer Augenzeuge der BBC über den Fahrer. „Er fuhr einfach mitten durch die Menschenmassen auf den Ramblas.“



KONTEXT

Drei Tatorte in Spanien

Barcelona

Hier starben auf den Ramblas am Donnerstag 13 Menschen, Dutzende wurden verletzt. Die Flaniermeile Las Ramblas ist eine knapp 1,3 Kilometer lange Promenade im Zentrum der Stadt. Sie führt von der Placa de Catalunya im Norden bis zum Alten Hafen am südlichen Ende. Der Boulevard zählt zu den Hauptattraktionen für Touristen.

Cambrils

In dem Küstenort wurden laut Polizei fünf Terroristen getötet, die am frühen Freitagmorgen laut Medienberichten einen Anschlag verüben wollten. Der Ort liegt rund 100 Kilometer südlich von Barcelona bei Tarragona.

Alcanar

Bereits am Mittwoch gab es laut Behörden eine Explosion in einem Wohnhaus in dem Ort Alcanar. Bei der Gasexplosion in der Provinz Tarragona etwa 200 Kilometer südlich von Barcelona seien ein Mensch getötet und sieben weitere verletzt worden, erklärte der katalanische Polizeichef Josep LluÁ­s Trapero. Es gebe "klare" Verbindungen zu dem Anschlag in Barcelona.

KONTEXT

Terrorattacken in Europa

17. August 2017

In Barcelona rast ein Lieferwagen in eine Menschenmenge. Es gibt mehrere Tote und Verletzte.

09. August 2017

In einem Vorort von Paris attackiert ein Algerier Soldaten mit einem Pkw. Es gibt sechs Verletzte.

28. Juli 2017

In Hamburg attackiert ein Mann mehrere Menschen in einem Supermarkt. Dabei wird ein Mann getötet, fünf weitere Menschen werden verletzt.

20. Juni 2017

Bei einem versuchten Anschlag auf den Zentralbahnhof in Brüssel wird der Angreifer getötet.

19. Juni 2017

Als Racheakt für Terroranschläge in Großbritannien fährt Darren Osborne mit einem Minivan in London in eine Gruppe Muslime. Es gibt einen Toten und zehn Verletzte.

19. Juni 2017

Bei einem versuchten Anschlag auf dem Champs-Elysées wird ein Attentäter getötet. Er hatte sein Auto mit Sprengstoff beladen.

06. Juni 2017

Bei einer Hammer-Attacke vor dem Notre-Dame wird ein Polizist verletzt. Der Anschlag war islamistisch motiviert.

03. Juni 2017

Bei einem Anschlag in London mit einem Kleinlaster sterben elf Menschen, weitere 48 werden verletzt.

22. Mai 2017

Ein Selbstmordattentäter zündet bei einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande in der Manchester Arena im Norden Großbritanniens einen Sprengsatz. Er reißt 22 Menschen mit in den Tod.

07. April 2017

Ein Mann fährt mit einem gestohlenen Lkw durch die Fußgängerzone der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Vier Menschen kommen ums Leben.

22. März 2017

Ein Angreifer fährt mit einem gemieteten Geländewagen Fußgänger auf der Westminster Bridge in London nieder, vier von ihnen sterben. Anschließend ersticht der Mann einen Polizisten.

19. Dezember 2016

Mit einem gestohlenen Lkw fährt der mutmaßliche Attentäter Anis Amri über einen Weihnachtsmarkt in Berlin. Dabei kommen zwölf Menschen ums Leben.

14. Juli 2016

In Nizza lenkt ein Mann während der Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag einen Lkw in die Menschenmenge auf der Promenade der Stadt. 86 Menschen sterben.

22. März 2016

Bei Selbstmordanschlägen am Brüsseler Flughafen und in einer U-Bahn-Station im Zentrum der Stadt kommen 32 Menschen ums Leben. Ermittlungen ergeben, dass die Attentäter enge Verbindungen zu einer Gruppe hatten, die zuvor Anschläge in Paris verübt hatte.

13. November 2015

Extremisten, die mit der Terrormiliz Islamischer Staat in Verbindung stehen, töten bei einem Attentat im Pariser Konzertsaal Bataclan und weiteren Orten in der französischen Hauptstadt 130 Menschen. Ein Hauptverdächtiger im Zusammenhang mit dem Anschlag, der 26 Jahre alte Salah Abdeslam, wird am 18. März 2016 in Brüssel festgenommen.

14. Februar 2015

Ein Bewaffneter tötet den dänischen Filmemacher Finn NÁ¸rgaard und verletzt drei Polizisten in Kopenhagen. Einen Tag später greift er eine Synagoge in der dänischen Hauptstadt an. Er tötet einen jüdischen Wachmann und verletzt zwei Polizisten, bevor er erschossen wird.

07. bis 09. Januar 2015

Attentäter greifen das Büro der französischen Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" und einen koscheren Supermarkt in Paris an. Bei den beiden Attacken kommen 17 Menschen ums Leben. Das Terrornetzwerk Al-Kaida reklamiert die Tat für sich und erklärt, "Charlie Hebdo" habe den Propheten Mohammed beleidigt. Bereits 2011 war ein Anschlag mit Brandbomben auf das Büro der Zeitschrift verübt worden, bei dem niemand verletzt wurde.

Quelle: AP