Athen nach Verhaftung griechischer Soldaten in Türkei gegen Gefangenenaustausch

Nach der Inhaftierung zweier griechischer Soldaten auf türkischem Staatsgebiet hat die Regierung in Athen einen Gefangenenaustausch der beiden gegen acht nach Griechenland geflohene türkische Soldaten ausgeschlossen. "Wir befinden uns nicht im Krieg mit der Türkei, um einen Gefangenenaustausch durchzuführen", sagte der Junior-Außenminister Giorgos Katrougalos am Samstag in Athen. Entsprechende Spekulationen hätten ihren Ursprung in türkischen Medienberichten und seien "reine Fantasie".

Die zwei griechischen Soldaten waren am Donnerstag auf türkischem Staatsgebiet festgenommen worden, am Freitag erließ ein Gericht in der westtürkischen Stadt Edirne Haftbefehl gegen die beiden. Nach Angaben der amtlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu wurde die Entscheidung mit Spionageverdacht begründet, die griechische Regierung beharrt hingegen darauf, dass es nur um das illegale Betreten eines Sperrgebiets gehe.

Nach Angaben der griechischen Armee hatten die beiden Männer bei einer Patrouille am Donnerstagnachmittag versehentlich die Grenze überquert. Ein Sprecher des griechischen Generalstabs sagte, die beiden Soldaten hätten wegen der schlechten Wetterbedingungen nördlich des Grenzflusses Evros "die Orientierung verloren". Die griechische Nachrichtenagentur ANA berichtete, die beiden Griechen würden am Montag vor Gericht gestellt.

In Griechenland befinden sich acht türkische Soldaten, die am Tag nach dem versuchten Militärputsch vom 15. Juli 2016 mit einem Helikopter in das Nachbarland geflohen waren und dort Asyl beantragt hatten. Die Türkei wirft ihnen eine Beteiligung an dem Putschversuch vor und fordert von Griechenland ihre Auslieferung, die Soldaten weisen die Vorwürfe zurück.

Die Türkei und Griechenland sind beide Mitglied der Nato, doch gibt es zwischen ihnen immer wieder Spannungen. Zuletzt gab es an der umstrittenen Seegrenze in der Ägäis wiederholt Zwischenfälle mit Marineschiffen. Auch gibt es Streit um die Ausbeutung von Gasvorkommen vor Zypern, an denen die Türkische Republik Nordzypern beteiligt werden will.