Auch bekannte CSU-Mitglieder distanzieren sich von Seehofers Politik

Julia Nageler
* Namhafte CSU-Mitglieder kritisieren Horst Seehofer, inzwischen offentlich.
  • Namhafte CSU-Mitglieder kritisieren Horst Seehofer, inzwischen öffentlich. 
  • Seehofers Vorgänger Huber nennt sein Handeln “befremdlich”.
  • Die gesamte Geschichte seht ihr im Video oben. 

Nachdem Horst Seehofer bereits von der Opposition und der SPD einiges an Kritik für seine Asylpolitik einstecken musste, distanzieren sich nun auch CSU-Politiker von seiner Vorgehensweise.

Gegenüber dem “Spiegel” sagte Seehofers Vorgänger Erwin Huber: “Sein Agieren verwundert und befremdet mittlerweile viele. Im Landtag ist bei der CSU die anfänglich volle inhaltliche Zustimmung zu Seehofers Asylpolitik einem Ratespiel gewichen.“ Viele hätten ihn gefragt, ob der Bundesinnenminister die anstehende Landtagswahl im Oktober und damit Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder belasten wolle.

Union der Mitte gewinnt Unterstützer 

Dem “Spiegel”-Bericht zufolge sorgt der wachsende Widerstand auch dafür, dass die “Union der Mitte” an Zulauf gewinnt. Diese von liberalkonservativen CSU-Mitgliedern gegründete Initiative habe zuletzt über 1200 Unterstützer gezählt.

“Union der Mitte”-Gründer Stephan Bloch sagt dem “Spiegel”: “Flüchtlinge sind keine Sündenböcke für Entwicklungen, die in unserer Gesellschaft schief laufen.“ Er fordere auch eine sofortige Entschuldigung für Seehofers Flüchtlings-Aussage.

Seehofer hatte sich bei der Vorstellung seines “Masterplan Migration” über die Abschiebung einiger Flüchtlinge gefreut: “Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 - das war von mir nicht so bestellt - Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden. Das liegt weit über dem, was bisher üblich war.“ Die Diskussion über diese Äußerung wurde anschließend noch verschärft, als bekannt wurde, dass sich einer der abgeschobenen Männer erhängt hatte.

Kritik von Partei-Größen

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