Asyl in Berlin: Abgetauchte Flüchtlinge – Behörden haben keinen Überblick

Flüchtlinge in Berlin tragen ihr Gepäck zu einer Unterkunft

Berlin.  Deutschland ist ein ordentliches Land, alles wird registriert, kontrolliert und statistisch erfasst. Denkt man. Doch bisweilen wird die Öffentlichkeit eines Besseren belehrt, zuletzt bei den Obdachlosen, die illegal im Großen Tiergarten unter menschenunwürdigen Bedingungen campierten und deren Zelte am vergangenen Montag von Mitarbeitern des Ordnungsamtes und der Polizei abgebaut wurden. Viele von ihnen kommen aus Osteuropa und sind mittellos in Berlin gestrandet. Monatelang lebten sie in dem Park, erst jetzt wurden ihre Personalien festgestellt, beginnt eine Registrierung. Anlass war ein Hilferuf des Bezirksbürgermeisters von Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), besser gesagt: die gewaltige öffentliche Aufmerksamkeit, die dieser Hilferuf auslöste.

Auch zu der Frage, ob in Berlin Flüchtlinge verschwinden, ob eine nennenswerte Anzahl untergetaucht sein könnte, haben die Behörden keine Datensammlung für ein Lagebild parat. Die "Bild"-Zeitung schätzt die Zahl abgelehnter Asylbewerber, die als ausreisepflichtig gemeldet sind und keine Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, deutschlandweit auf rund 30.000. Wie viele davon mutmaßlich auf Berlin entfallen, wissen die Berliner Senatsverwaltungen nicht – auch, weil Daten nicht zusammenlaufen.

Für Flüchtlinge, deren Asylantrag abgelehnt wurde und die keinen Status der Duldung haben, ist das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) zuständig, das der Senatssozialverwaltung untersteht. Für 25.000 Menschen reiche das ...

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