Astronomen entdecken schwer auffindbare Sternleiche außerhalb der Milchstraße

Erstmals haben Astronomen einen bestimmten Typ von Neutronenstern außerhalb unserer Milchstraße entdeckt - einen stellaren Leichnam, der als sehr schwer auffindbar gilt. Es handelt sich um einen isolierten Neutronenstern mit schwachem Magnetfeld, wie die Europäische Südsternwarte ESO in Garching mitteilte. Das schwer fassbare Objekt befindet sich demnach in der sogenannten Kleinen Magellanschen Wolke, einer unserer nächsten Nachbargalaxien, rund 200.000 Lichtjahre entfernt.

Neutronensterne gelten als Überreste von Supernovaexplosionen, in denen massereiche Sterne ihr Leben beenden. Zu den Besonderheiten der nun entdeckte Sternleiche zählt, dass der Neutronenstern nicht Bestandteil eines Mehrfachsternsystems ist - sondern allein, also isoliert steht.

Auch weist er lediglich ein schwaches Magnetfeld auf - im Gegensatz zu den sogenannten Pulsaren, bei denen es sich um stark magnetische, rotierende Neutronensterne handelt. Typischerweise kaum zehn Kilometer im Durchmesser und doch schwerer als unsere Sonne, werden isolierte Neutronensterne mit schwachen Magnetfeldern im ganzen Universum vermutet. Aber sie sind schwer zu finden, weil sie nur bei Röntgenwellenlängen leuchten.

Pulsare dagegen leuchten stark im Radiobereich und bei anderen Wellenlängen, wodurch sie leichter aufzuspüren sind. Allerdings machen sie laut ESO nur einen kleinen Bruchteil aller vorhergesagten Neutronensterne aus.

Die Forscher konnten den toten und von Licht umgebenen Stern in der Kleinen Magellanschen Wolke unter anderem mit Hilfe des Very Large Telescope der ESO in Chile und des Röntgenweltraumteleskops Chandra identifizieren. Der stellare Leichnam ist in Gasfilamente eingebettet, die von einer 2000 Jahre alten Supernovaexplosion zurückgelassen wurden.