Astronomen entdecken mysteriösen "Zombie-Stern" im Weltall

Das Weltall und seine Funktionsweise sind noch weitgehend unerforscht. (Symbolbild: ddp Images)

Es ist eine Entdeckung, die den aktuellen Stand der Wissenschaft infrage stellt: Astronomen haben eine Art “Zombie-Stern” im All aufgespürt. Schon vor 60 Jahren war an jener Stelle eine Explosion registriert worden. Nun flammte der totgeglaubte Stern in einer zwei Jahre langen Supernova erneut auf.

Sein offizieller Name lautet iPTF14hls. Doch selbst unter Astronomen nennt man den Himmelskörper der Einfachheit halber “Zombie-Stern”. Denn das, was iPTF14hls in einer Entfernung von 800 Millionen Lichtjahren im Weltall tut, erinnert sehr an eine Folge von “Walking Dead”.

Angefangen hat alles im September 2014, als Wissenschaftler eine Supernova vom Typ II-P beobachtet haben. Eine Sternenexplosion dieser Art dauert in der Regeln 100 Tage an. Doch iPTF14hls leuchtete danach einfach weiter. Und zwar mehr als 600 Tage. Immer wieder war die Explosion zu sehen. Erst die Suche in einer Explosionsdatenbank brachte etwas Klarheit.

Bei einer Supernova werden die äusseren Schichten des Sterns ins All geschleudert. (Symbolbild: ddp Images)

Denn an exakt der gleichen Stelle im All ereignete sich bereits im Jahr 1954 eine Supernova. Eine Supernova-Explosion bedeutet normalerweise das Ende, oder wenn man so will, den Tod eines massereichen Sterns. Dass mehr als ein halbes Jahrhundert nach diesem Ereignis nun an gleicher Stelle abermals eine Supernova stattfindet, lässt die Forscher darauf schließen, dass ebenjener Stern, der in den Fünfzigern beobachtet wurde, nun wieder von den Toten auferstanden ist. Eine wissenschaftliche Erklärung hat man dafür bisher nicht.

“Diese Supernova widerspricht allem, was wir über diese Ereignisse zu wissen glaubten”, sagt Iair Arcavi vom Las Cumbres Observatory in Kalifornien dem Fachmagazin “Nature”. “Es ist das größte Rätsel, dem ich in fast einem Jahrzehnt der Forschung an stellaren Explosionen begegnet bin.”

Und auch Arcavis Kollege Andy Howell kann sich das Phänomen nicht wirklich erklären: “Diese Explosionen galten aber bisher nur als typisch für das frühe Universum – sie dürften heute eigentlich nicht mehr vorkommen.”

Für den Laien fügt er hinzu, wie absurd diese Entdeckung aus wissenschaftlicher Perspektive anmutet: “Das ist so, als würde man heute noch einen lebenden Dinosaurier finden.”