Aston Martin: Comeback-Plan provoziert Ferrari und Mercedes

Tobias Wiltschek
Diesen Prototypen entwickelte Red Bull 2016 zusammen mit Aston Martin

Als Sponsor des Red-Bull-Teams wird Aston Martin bereits ab der kommenden Saison Teil der Formel 1 sein.

Ab 2021 könnte die britische Nobelmarke dann auch mit eigenen Motoren an den Start gehen.

Entsprechende Überlegungen äußerte Andy Palmer, Geschäftsführer von Aston Martin, in der BBC. Er werde dem Vorstand "vermutlich" raten, den Formel-1-Einstieg voranzutreiben.

Er nannte allerdings Bedingungen für den Einstieg der Marke, die bereits 1959 und 1960 unter der Bezeichnung David Brown Corporation im Grand-Prix-Sport vertreten war.

Palmer: "Fahrer ins Zentrum"

"Es geht darum, den Sport wieder attraktiver zu machen. Das heißt, der Fahrer muss wieder ins Zentrum rücken. Heute befindet sich noch zu sehr ein Turbolader im Mittelpunkt", sagte Palmer: "Ich bin Ingenieur, ich liebe Technologie. Aber das ist Quatsch."


Konkret macht Aston Martin seinen Einstieg davon abhängig, dass die Entwicklungskosten bei den Motoren sinken und die Formel 1 wieder mehr Unterhaltung bietet.

Dass die Marke für ihre Rückkehr das Jahr 2021 nennt, ist kein Zufall. Bis dahin strebt der Weltverband FIFA zusammen mit Formel-1-Eigentümer Liberty Media eine Revolution des Motorenreglements an.

Demzufolge soll den Fahrern größere Verantwortung übertragen werden, indem sie selbst mehr Kontrolle über das Energiemanagement erhalten. Die bislang vorgegebenen DRS-Zonen, in denen die Piloten ausschließlich mehr Energie nutzen durften, wären damit Geschichte.

Außerdem sollen die Motoren durch 3000 Umdrehungen pro Minute mehr wieder einen besseren Sound erzeugen. Dafür soll auch der Wegfall der Energierückgewinnung aus dem Abgasturbolader sorgen.

Schließlich sollen durch Einheitsbatterien und -elektronik sowie strenge Vorschriften beim Innenleben des Motors Kosten eingespart werden.


Ferrari droht mit Ausstieg

Was Firmen wie Aston Martin den Einstieg in die Formel 1 erleichtern soll, stößt jedoch bei den bisherigen Platzhirschen der Königsklasse auf Ablehnung.

Sie müssten in den kommenden Jahren einerseits die laufenden Entwicklungen vorantreiben, andererseits aber schon für die Zeit ab 2021 planen.

Denn die Veränderungen wären so einschneidend, dass auch Mercedes, Ferrari und Co. praktisch wieder bei null anfangen müssten.

Um das angestrebte Motorenformat umzusetzen, wäre die Entwicklung eines komplett neuen Antriebsstranges erforderlich.

Die Pläne sorgten unter den bestehenden Rennställen für so viel Unmut, dass Ferrari bereits mit einem Ausstieg aus der Formel 1 drohte.