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"Asteroid City": Was kann der neue Wes-Anderson-Film?

Jason Schwartzman (l.) und Tom Hanks in "Asteroid City". (Bild: ©2022 Pop. 87 Productions LLC)
Jason Schwartzman (l.) und Tom Hanks in "Asteroid City". (Bild: ©2022 Pop. 87 Productions LLC)

Ein schönes Gedicht. Daran soll der neue Film von Kultregisseur Wes Anderson (54), "Asteroid City", erinnern. Das wünscht sich der US-Amerikaner selbst, wie die Nachrichtenagentur spot on news bei der Online-Pressekonferenz erfahren hat. Und tatsächlich ist diese Beschreibung sehr zutreffend. Ein Film über einen Film - ein Theaterstück in einem Theaterstück. So lässt sich das neue schräge Werk des Machers von "The French Dispatch" (2021) und "Grand Budapest Hotel" (2014) erklären. Doch kann "Asteroid City" mit den Anderson-Klassikern der vergangenen Jahre mithalten?

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Schauspieler Jason Schwartzman (42). Er mimt den kürzlich verwitweten Kriegsfotografen Augie Steenbeck. Gemeinsam mit seinen drei Töchtern und seinem Sohn steckt er in der 87-Seelen-Wüstenortschaft Asteroid City fest - schließlich wurde der Weiler wegen einer drohenden Alien-Invasion zur Sperrzone erklärt. Während sich der Schwiegervater - gespielt von Tom Hanks (66), der sein Wes-Anderson-Debüt gibt - um die Enkel kümmert, lernt der einsame Augie die Schauspielerin Midge Campbell (Scarlett Johansson, 38) kennen. Dabei muss er seinen Kindern erst noch den Tod der Mutter beibringen, deren Asche seit Tagen in einer Tupperdose im Auto liegt. Und das Alien sorgt obendrein auch noch für Probleme...

Verlustängste und Trauer - zentrale Themen der Komödie

So oder so ähnlich lässt sich der Plot von "Asteroid City" zusammenfassen. Dabei kratzt man aber nur an der Oberfläche. Bekanntermaßen sind die Werke von Wes Anderson vielschichtig, urkomisch und rütteln neben all dem dunklen Humor auch an den Emotionen. Das trifft auch auf sein neues Werk zu. Denn neben den wirren Geschehnissen, den gewöhnungsbedürftigen Figuren mit den ausgefallenen Namen und der Retro-Optik des in den 1950ern spielenden Films, erforscht Anderson auch die Tiefe des Menschen, seiner Gefühlswelt. Wie unterschiedlich gehen die Menschen mit Trauer um, mit Verlust und Tod? Diese Frage steht im Zentrum. Wie eigentlich immer schafft es der 54-Jährige, mit dem Ensemble aus Hollywoods feinster Schauspielriege, diese doch bedrückenden Themen mit Charme und Sympathie rüberzubringen.

Abgesehen davon bildet "Asteroid City" einen wunderbaren Clash zwischen dem New Yorker Broadway und dem Wilden Westen der USA. Angesetzt in den 1950er Jahren spielt auch der Kalte Krieg eine Hintergrundrolle, die Angst vor der atomaren Aufrüstung. Die Abneigung dem Fremden gegenüber in Kombination mit der Faszination für das Weltall ist ebenfalls ein zentrales Thema. Wie all diese Aspekte zusammenpassen, mag für manch einen unverständlich sein. Darsteller Bryan Cranston (67) trifft es mit seiner Einschätzung ganz gut: "Wir können die Gedanken von Wes Anderson nun besuchen." Tatsächlich fühlt man sich als Zuschauer wie ein Besucher in der fabelhaften und schrägen Welt des Filmemachers. So ganz ankommen wird man wohl nie.

Ob "Asteroid City" eingefleischte Fans und Wes-Anderson-Anfänger überzeugen kann, stellt sich ab Donnerstag, 15. Juni, deutschlandweit in den Kinos heraus. Neben Schwartzman, Hanks und Johansson kann sich das Publikum auf viele weitere Hochkaräter wie Steve Carell (60), Jeff Goldblum (70), Willem Dafoe (67), Tilda Swinton (62), Hope Davis (29), Adrien Brody (50) und Co. freuen.