Art Week: Ende des Experiments

Hingucker in Neon: Warren Neidichs „Statisticon“ auf der Art Berlin in der Station

"Willkommen bei der Agentur für Arbeit", empfängt uns die Dame im Schwarzen am Eingang der Station. Vielleicht der Künstler Tino Sehgal mit einer seiner "Situations"? "Möchten Sie Informationen zum Coaching", fragt uns die Dame. Nein, wir wollen zur Art Berlin, der neuen Messe. Die Aufklärung folgt, der Eingang ist gleich nebenan, die Station ist ausgebucht mit zwei Events. Doch diese Szene hat durchaus Symbolik.

Viel fehlte nicht, dann hätte es einige Arbeitslose im Kulturbereich mehr gegeben. Bis vergangenen Mai war nicht klar, ob die Fortsetzung der Art Week mit ihrem Herzstück, der Verkaufsschau abc in diesem Herbst überhaupt gesichert ist. Es war 2016 kaum zu übersehen, dass die abc schwächelte. Nun startet mit der Art Berlin eine neue Kunstmesse. Allerdings hängt sie am Tropf der KoelnMesse, die sich als Retter in der Not erwies. Statt Konkurrenzkampf nun Blutsbrüderschaft. Für fünf Jahre läuft der Deal, das gibt vor allem Planungssicherheit für Chefin Maike Cruse, die auch die abc leitete.

Bild Nr. 1:
Der Stand der jungen Berliner Galeristin Tanja Wagner Reto Klar

Klare Strukturen, überschaubare Gänge

In der Station gibt man sich abgeklärt: Die Galerien sind zurückgekehrt zur klassischen Koje. Hier herrscht ein neuer Pragmatismus – klare Strukturen, überschaubare Gänge, zum Teil recht brave Petersburger Hängungen. Die Botschaft ist klar. Die Galeristen wollen verkaufen! Die Hochzeiten des Experiments, wie wir es von der abc kennen, sind vorbei. Ein ganz normales Messeformat wie dieses bedient vor allem die Sammlerinteressen. Viele der bekannten G...

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