Armenische Opposition ruft zu landesweitem Streik auf

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Proteste in Eriwan

Die armenische Opposition hat für kommenden Dienstag zu einem landesweiten Streik aufgerufen, um den Rücktritt des umstrittenen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan zu fordern. "Das ganze Land muss lahmgelegt werden, damit dieser Strohmann sein Amt niederlegt", sagte der Chef der Oppositionspartei Daschnakzutjun am Mittwoch in Eriwan. Paschinjan hatte am 9. November einem von Moskau vermittelten Waffenstillstandsabkommen im Konflikt um die Kaukasus-Region Berg-Karabach zugestimmt. Seitdem gibt es heftige Proteste in Armenien.

Das Abkommen beendete die sechswöchigen schweren Kämpfe zwischen den verfeindeten Nachbarstaaten Armenien und Aserbaidschan, hatte für Armenien aber bedeutende Gebietsverluste zur Folge. Während der Kämpfe wurden nach Angaben von Armenien und Aserbaidschan mehr als 5000 Menschen getötet.

Berg-Karabach hatte während des Zerfalls der Sowjetunion einseitig seine Unabhängigkeit erklärt. Darauf folgte in den 90er Jahren ein Krieg mit 30.000 Toten. Die selbsternannte Republik wird bis heute international nicht anerkannt und gilt völkerrechtlich als Teil Aserbaidschans. Sie wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt.

mkü/noe