Freudenfeiern in Armenien nach Sargsjan-Rücktritt

In Armenien gibt es Freudenfeiern nach dem angekündigten Rücktritt von Sersch Sargsjan.

 Regierungschef Sersch Sargsjan ist an diesem Montag überraschend zurückgetreten. Das teilte der 63-Jährige nach Medienberichten aus Eriwan auf seiner Webseite mit. Zuvor hatte er die Verfassung geändert und war vom Präsidentenamt zum Ministerpräsidenten gewechselt. Auch der am Sonntag festgenommene Organisator der Proteste und Oppositionsabgeordnete Nikol Paschinjan ist wieder frei.

Gegen Sargsjan hatte es vor allem in der Hauptstadt Eriwan tagelang Proteste gegeben. Die Polizei hatte die Straßen rund um das Parlament abgeriegelt. Erst am Sonntag waren 280 Demonstranten festgenommen worden, darunter auch der Oppositionspolitiker Paschinjan. Dennoch versammelten sich auch am Abend mehrere Zehntausend Menschen auf dem Zentralplatz der Hauptstadt.

Sargsjan stand vor allem in der Kritik, weil er seine Macht nach zehn Jahren nicht abgegeben hatte, sondern durch den Amtswechsel auch noch weiterreichende Befugnisse hinzu gewonnen hatte. Die Protestwelle ist die größte in einer Ex-Sowjetrepublik seit der pro-europäischen Maidan-Bewegung in der Ukraine 2013/14.