„Armee der Schönen“: Schickte Nordkorea Sexsklavinnen zu Olympia?

Nordkoreanische Cheerleader heizen den Athletinnen und Athleten ein. (Bild: AP Photos)

Sie unterstützten die Sportler ihres Landes lächelnd und lautstark: Die „Armee der Schönen“ sind Cheerleaderinnen, die ihre Athleten bei den Events anfeuerten. Nun klagen geflohene Nordkoreaner an: Die meisten dieser Claqueure sind Sexsklavinnen!

Wie das Nachrichtenportal „Bloomberg“ berichtet, könnte es sich bei einigen Frauen, die das nordkoreanische Team nach Südkorea begleitet haben, um Sexsklavinnen handeln. Die Seite beruft sich dabei unter anderem auf Lee So-yeon. Die 42-Jährige floh 2008 aus dem kommunistischen Land, wo sie als Militärmusikerin gearbeitet hat.

Über die „Armee der Schönen“, eine Gruppe bestehend aus 229 Cheerleaderinnen, sagt sie, die Anfeuerungseinlagen dieser Künstlertruppe mögen nach außen kunstvoll wirken. Die Frauen müssten aber auch sexuelle Dienste erbringen. „Sie gehen zu den Partys des zentralen Politbüros und müssen mit den Leuten dort schlafen, auch wenn sie das nicht wollen.“

Die beiden Eiskunstläufer Ryom Tae-ok und Kim Ju-sik traten für Nordkorea an. (Bild: AP Photos)

Kim Hyung-soo, der 2009 aus Nordkorea entkam und einen Sohn hat, der in der nordkoreanischen Nationalliga Skifahrer war, bezeichnet neben den Cheerleaderinnen auch die Sportler Nordkoreas als Leibeigene. „Sie sind die Sklaven von Kim Jong-un und des nordkoreanischen Regimes.“ Für die Olympischen Spiele habe man loyale Leute ausgewählt, die nur sehr unwahrscheinlich abtrünnig werden, so der 54-Jährige.

Nordkoreanische Athletinnen bei der Ankunft in Paju, Südkorea. (Bild: Getty Images)

Ein ehemaliger südkoreanischer Spion erzählt zudem, wie das Regime in Pjöngjang seine Athleten bei der Stange hält. Der 61 Jahre alte Kim Jung-bong sagt: „Wenn die Athleten wieder nach Pjöngjang zurückkehren, werden ihnen die besten Gebäude gezeigt. Einige von ihnen hatten noch nie die Gelegenheit, großartige Einrichtungen zu sehen oder gutes Essen zu bekommen.“ Man werde den zurückkehrenden Sportlern ein Bild vermitteln, dass das, was sie in Südkorea gesehen haben, gar nicht so toll sei. Zur Sicherheit müssen die Sportler nach ihrer Rückkehr eine dreimonatige „moralische Ausbildung“ absolvieren.