Argentinier fordern Aufklärung: wo ist Santiago?

In Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires ist es bei Protesten gegen das Verschwinden eines Menschenrechtsaktivisten zu heftigen Straßenschlachten gekommen. Zehntausende Demonstranten forderten die Regierung auf, mehr für die Suche nach Santiago Maldonado zu tun. Wie staatliche Medien berichteten, wurden etwa 20 Teilnmehr der Proteste in Buenos Aires festgenommen. Auch Verletzte soll es demnach gegeben haben.

Zuletzt war der 28-Jährige Maldonado am 1. August während einer Demonstration für die Rechte der indigenen Mapuchegemeinschaft in Patagonien gesehen worden.

Andrea Antico, Maldonados Ehefrau nahm an der Kundgebung in Buenos Aires teil und sagte: “Santiago verschwand nach der gewaltsamen Vertreibung der Mapuche,” erklärte die Frau Maldonados. “Die Behörden sind uns eine Antwort schuldig. Man sucht ihn wie irgendeinen einen Vermissten, dabei wurde er verschleppt.”

Augenzeugen hatten berichtet, er sei von der Polizei festgenommen worden, als diese die Mapuche von Land vertrieben, das der italienischen Kleiderfirma Benetton gehört. Seither wurde er micht mehr gesehen.

Präsident Mauricio Macris Regierung gerät wegen des Verschwindens Madldonados zunehmend unter Druck und setzte jetzt eine Belohnung von umgerechnet 25 000 Euro für Informationen über den Verbleib des Aktivisten aus.

Der Fall weckt schmerzliche Erinnerungen bei den Argentiniern: Während der Militärdiktatur unter Augusto Pinochet verschwanden von 1976 bis 1983 etwa 30 000 Menschen.

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