Argentinier besuchen 36 Jahre nach Falkland-Krieg Gräber ihrer Angehörigen

"Argentinischer Friedhof" auf den Falklandinseln

36 Jahre nach dem Falkland-Krieg haben Hinterbliebene von 90 argentinischen Soldaten zum ersten Mal die Gräber ihrer Angehörigen besucht. Etwa 200 Eltern, Geschwister und andere Verwandte reisten am Montag nach Absprache mit London in das britische Überseegebiet im Südatlantik, um die Toten an den zuvor namenlosen Grabstätten zu würdigen. "Jetzt weiß ich, wo er ist. Ich könnte mit ihm sprechen. Ich fühle seine Nähe", sagte die Mutter des gefallenen Soldaten Daniel Massad, Dalal Massad.

Die Leichen der 90 Soldaten waren im vergangenen Jahr vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz mithilfe von DNA-Tests identifiziert worden. Ihre Gräber liegen auf einem als "Argentinischer Friedhof" bekannten Gräberfeld auf der Insel Ostfalkland. Von den insgesamt 237 Gräbern bleiben nach der Identifizierung von 2017 noch 31 namenlos.

Bei dem 74 Tage dauernden Krieg um die für Großbritannien strategisch wichtigen Inseln waren im Jahr 1982 auf argentinischer Seite 649 und auf britischer Seite 255 Menschen getötet worden.

Die 400 Kilometer vom argentinischen Festland entfernten Falklandinseln befinden sich seit 1833 unter der Kontrolle Großbritanniens. Sie werden von rund 3000 Menschen bewohnt, die meisten von ihnen sind britischer Abstammung.

Am 2. April 1982 begann die argentinische Militärjunta mit einer Invasion der von ihr beanspruchten Inseln, woraufhin Großbritannien Kriegsschiffe entsandte. Der Falkland-Krieg endete am 14. Juni mit der argentinischen Kapitulation. Argentinien gab den Anspruch auf die Inseln, die dort Las Malvinas genannt werden, aber bis heute nicht auf.

Die Inseln vor der Küste Patagoniens sind von großer strategischer Bedeutung. Sie sichern Großbritannien einen Zugang zur Antarktis. Außerdem wurden in den Gewässern vor der Inselgruppe Erdölvorkommen entdeckt. 2013 hatten die Inselbewohner in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit dafür gestimmt, dass die Inseln britisch bleiben.