"Messi leidet, wir auch": Argentinien in Angst

Lionel Messi muss mit Argentinien ernsthaft um die WM-Qualifikation bangen

Eigentlich undenkbar, aber mit jedem Spiel ein Stück mehr Realität: Dem fünfmaligen Weltfußballer Lionel Messi und Argentinien, vor drei Jahren erst im Finale von Deutschland gestoppt, droht bei der WM-Endrunde in Russland die Zuschauerrolle.

Statt eines Befreiungsschlages gegen das Eliminatorias-Schlusslicht machte sich der Vize-Weltmeister mit dem 1:1 (0:0) gegen Venezuela das Leben noch schwerer. 

"So verdienen wir es nicht", schrieb das Sportblatt Ole mit Schlusspfiff im prall gefüllten Estadio Monumental von Buenos Aires entsetzt auf seiner Homepage. "Kein Spiel, keine Reaktion", wetterte das "Stimmungsthermometer" der Gaucho-Fans weiter und bekannte: "Messi leidet. Wir auch."

Statt Messi verhindert ein Eigentor Schlimmeres

Trainer Jorge Sampaoli, der nach dem 0:0 am Donnerstag in Uruguay trotz 73 Prozent Ballbesitz auch im zweiten Pflichtspiel unter seiner Regie einen Rückschlag einsteckte, haderte mit dem Fußball-Gott. Und das auf den Tag genau 24 Jahre nach dem historischen 0:5-Debakel daheim gegen Kolumbien.

"Wenn du elf glasklare Torchancen hast und keine davon verwertest, und der Gegner gleich eine nutzt, macht sich eine gewisse Unruhe breit", monierte der 57-Jährige.

Da passt es ins Bild, dass trotz eines Messis auf dem Platz, trotz der neuen Sturmhoffnungen Paulo Dybala und Mauro Icardi, ausgerechnet ein Ex-Duisburger mit einem Eigentor den Eliminatorias-Bann nach 309 torlosen Minuten brach. Rolf Feltscher grätschte in 55. Minute unglücklich in eine Flanke, fünf Minuten nach Jhon Murilos' Führungstor der erst einmal siegreichen Vinotintos, die schon im Hinspiel den Favoriten mit einem 2:2 geärgert hatten.

Rettet sich Argentinien über den Umweg?

Am vorletzten Spieltag geht es gegen das punktgleiche Peru (beide 24) weiter, das mit einem 2:1 (0:0) in Ecuador auf Rang vier vorstürmte und nun die letzte der vier in Südamerika zu vergebenen WM-Fahrkarten inne hat (DATENCENTER: Spielplan der Südamerika-Qualifikation).

Argentinien bleibt als Tabellenfünfter derzeit die Hoffnung auf den Umweg Playoffs gegen Ozeanien-Vertreter Neuseeland.

Es kann aber noch schlimmer kommen, je nachdem welches Krisenteam sich im Schlussspurt noch einmal aufbäumt.

Der ebenfalls tief gefallene Konkurrent Chile mit Arturo Vidal - der in der Nacht mit 0:1 in Bolivien verlor - liegt nur einen Platz hinter Argentinien auf Platz sechs (DATENCENTER: Die Tabelle der Südamerika-Qualifikation).