Argentinien: Trauer und Wut nach dem Verschwinden der 44 Seeleute

Trauer und Wut trieb am Sonntag Angehörige der verschollenen Besatzungsmitglieder des argentinischen U-Boots “ARA San Juan” auf Straße. Gemeinsam mit Anwohnern versammelten sie sich nahe des Marine-Stützpunkts in Mar del Plata, um ihrem Schmerz Ausdruck zugeben und Antworten einzufordern. Das Verhalten der Marineführung steht in der Kritik. Diese hatte nach einer Reihe von falschen Hoffnungszeichen erst acht Tage nach Abbruch der Verbindung mit dem U-Boot eingestanden, dass es eine Explosion an Bord gegeben haben könnte. Und gerät nun zunehmend in Erklärungsnot.

“Wir befinden uns an einem Punkt der Hoffnung und der Hoffnungslosigkeit”, so Marinesprecher Enrique Balbi. “Wir dürfen keine Vermutungen anstellen, sondern müsse uns von soliden Beweisen leiten lassen. Der jüngste Bericht bestätigt eine Explosion. Und wir versuchen nun, das U-Boot im ausgewiesenen Bereich zu lokalisieren und zu finden.”.

Die “ARA San Juan” war gegen illegale Fischerei am Außenrand der Wirtschaftszone Argentiniens im Südatlantik im Einsatz, Zahlreiche Flugzeuge und Schiffe aus 13 Ländern sind an der Suchaktion in einem Gebiet so groß wie Spanien beteiligt. Auch Russland hat einen Tauchroboter einfliegen lassen, der bis in 1000 Meter Tiefe abtauchen kann und dort nach Hinweisen auf das U-Boot suchen soll.