ARD-„Wahlarena“: Ein wütender junger Pfleger bringt Merkel mit einem emotionalen Beitrag ins Schleudern

Lisa Schönhaar
Szene aus der Sendung Wahlarena mit Angela Merkel

Am Montagabend hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in der ARD-„Wahlarena“ den Fragen von rund 150 repräsentativ ausgewählten Bürgern gestellt – und die zeigten sich mitunter angriffslustiger als die Moderatoren des TV-Duells.

Ein junger Pfleger nahm die Kanzlerin schon nach wenigen Minuten schwer unter Beschuss. Er zitierte den Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Diese Würde sehe er allerdings ständig verletzt. Wütend erzählte er, dass Pflegebedürftige teilweise stundenlang in ihren eigenen Ausscheidungen liegen müssten. 

„Da haben Sie in ihrer Amtszeit nicht viel getan“, sagte der junge Mann. Merkel sei immerhin seit zwölf Jahren Kanzlerin. „20 Patienten pro Pflegekraft, das kann nicht sein“. Es brauche dringend eine verpflichtende Quote. „Das muss doch in einem Land wie Deutschland möglich sein!“

„Das wird eine Katastrophe!“

Merkel antwortete, eine „Neuausrichtung“ der Betreuungsschlüssel und Mindestpflegestandards werde gerade mit den Pflegekassen ausgehandelt. „Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass zum Schluss alles zu bester Zufriedenheit ist“ so die Kanzlerin. In zwei Jahren solle in den Krankenhäusern ein Standard gelten. Hoffentlich werde alles besser sein, „wenn wir uns in zwei Jahren wiedersehen.“

So leicht ließ sich der junge Pfleger allerdings nicht abspeisen: „Wie wollen Sie es denn schaffen, dass in zwei Jahren mehr Pflegekräfte da sind?“ rief er wütend. „Die fallen nicht vom Himmel!“ Es fehle an tausenden Pflegekräften in Deutschland. „Der Altersdurchschnitt der Pflegekräfte liegt bei 45 Jahren und es kommen in den nächsten Jahren noch einmal etwa eine Million Pflegebedürftige hinzu. Das wird eine Katastrophe!“ 

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