ARD Markencheck: Der C&A-Check

Hinter den Kulissen des Traditions-Unternehmens: der ARD Markencheck C&A (WDR / WDR/imago/eventfotografen.de)

Mit dem C&A-Check setzt das Erste die Reihe „Markencheck“ fort und stellt dieses Mal das Modeunternehmen mit Deutschland-Sitz in Düsseldorf auf den Prüfstand.

Traditionell günstig – das verbinden viele Kunden mit der Marke C&A. Aber wie gut ist die Qualität der Waren? Wie stylisch kann man sich bei C&A einkleiden? Diesen Fragen ging der C&A-Check der ARD am 9. Oktober 2017 um 20.15 Uhr nach und blickte auch hinter die Kulissen des Modeunternehmens. So wollte der Film von Edith Dietrich und Herbert Kordes auch der Frage nachgehen, wie es C&A mit den christlichen Werten hält, auf die es sich beruft.

Fürs Wrestlen nur bedingt geeignet

Ganz unchristlich beginnt der erste Check: Qualität. Wie viel hält so ein günstiges Shirt wirklich aus? Das Filmteam lässt zwei SKaratekämpfer in verschiedenen T-Shirts gegeneinander antreten. Resultat nach zehn Runden auf-die-Matte-kloppen: Sowohl das Markenshirt von Levis, als auch das C&A Shirt sind kaputt. Wer hätte das gedacht.

Nächster Qualitäts-Test: Toughmudder. In Jeans und T-Shirt unterm Stacheldraht durch den Matsch robben und auf der Grasnarbe langzwängen: Drei junge Männer testen die C&A-Kollektion auf ihre Alltagstauglickeit. Fazit: Wird dreckig, bleibt aber heil. Dann noch Labortests und der große Passform-Check, für den zwei blonde YouTube-Teeniestars herhalten müssen. Qualitäts-Urteil alles in allem: Ordentlich.

So viel zum objektiven Qualitätscheck. Der Marke selber haftet der Ruf an, bieder und spießig zu sein. Auch die ARD Fußgängerumfrage bestätigt das. „Mittelmodisches Angebot“, urteilt ein mittelalter Experte und einer in Nerdbrille und Blumenhemd mosert, dass er hier nichts ‚stylisches’ finden könne. „Ich glaube, dass bei C&A Menschen angesprochen werden, die sich anziehen möchten“, sagt er. Nicht besonders modisch, aber halt anziehen. Dieses Image ist in seinen Augen die ganze Tragik von C&A. Ergebnis des Style-Check: Lauwarm.

Biobaumwolle soll indische Bauern unabhängiger machen

Gut schneidet C&A beim Check des Bio-Versprechens ab. Bei einem C&A-Zulieferer in Indien trifft das Team glückliche Bauern, die ihnen erzählen, dass die Bio-Anbaumethode den Boden verbessert und sie unabhängiger von Saatgut- und Düngeherstellern macht. Bio-Check: Versprechen gehalten. Das ist soweit löblich, scheitert aber an der Umsetzung.

Wie viele der großen Modeketten, animiert auch C&A seine Kunden, Kleidung als Wegwerfware zu sehen. Ausbaden müssen das diejenigen, die das Team auf seiner letzten Station trifft: Der Fairness-Check in Bangladesch. Dort hat sich viel getan nach dem katastrophalen Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza, der mehr als 1000 Näherinnen das Leben gekostet hat. Beim Fabrik-Check sieht das Team Sprinkleranlagen, Notausgänge und Brandschutzvorrichtungen.

Fairness-Check: Ausbaufähig

Aber sie sehen auch die Lebensbedingungen der Fabrikarbeiter. Der Textil-Sektor ist der größte industrielle Sektor in Bangladesch. Er erhält die meisten internationalen Zuschüsse – und doch leben die Näherinnen in den Slums der Hauptstadt Dhaka. Viele verdienen keine 80 Euro im Monat. C&A garantiert den gesetzlichen Mindestlohn – mit den sogenannten ‚christlichen Werten’ hat das nichts zu tun. Das ARD-Urteil im Punkto Fairness: Ausbaufähig.

Was man aber nicht vergessen sollte: Ein Biobaumwoll-Shirt kostet gerade einmal drei Euro, weniger als eine Packung Klopapier. Neben dem Markencheck müsste vielleicht über einen Konsumentenscheck geredet werden.

Foto: WDR / WDR/imago/eventfotografen.de