ARD-Check: Tim Mälzer auf dem Detox-Pfad

Es ist nicht immer das Weizen Schuld. Unverträglichkeiten von Brot können auch der fehlenden Teigruhe geschuldet sein.

Die Zeit der Völlerei steht kurz bevor: Weihnachten. Ein Feiertag, an dem die meisten nicht nur Jesus Geburt gedenken, sondern auch viel essen und trinken und sich dazu noch wenig bewegen. Doch ist das überhaupt so schlimm? Diese Frage beantwortet Tim Mälzer in seinem ARD-Check.

Tim Mälzer, das kann man so sagen ohne ihm zu nahe zu treten, ist ein Genussmensch und das sieht man auch. Seit Beginn seiner Fernsehkarriere hat der ehemals dünne Hänfling einiges an Gewicht zugelegt. Kein Wunder, wird er doch in all seinen Formaten zum Essen genötigt.

Im neuen ARD-Check geht es um die Frage: Gibt es so etwas wie gesundes oder ungesundes Essen überhaupt? Ist an den vielen Ernährungstipps und Unverträglichkeitsmythen nun etwas dran oder nicht? Und wie viel bringt eine Detox-Kur?

Ernährungsstudien sind nicht immer glaubhaft

Mit der Kur startet Tim Mälzer gleich nach seinem Bluttest. Seine Ausgangswerte sind okay. Von da an will er sich drei Tage lang nur von Säften und Suppen ernähren. Die hat er bestellt für 111 Euro im Internet. Kein günstiges Vorhaben, aber was tut man nicht alles für einen gesunden Körper. Und kurz vor der weihnachtlichen Plätzcheninvasion kann es ja nicht schaden, mal sein ganzes System aufzuräumen.

Außerdem haben Mälzer und seine Redaktion zahlreiche Ernährungsstudien gefunden. In denen steht zum Beispiel, dass Rotwein trinken vor Krebs schützt. Wie wissenschaftlich solche Studien überhaupt sein können, erfragt Mälzer bei einer Ernährungswissenschaftlerin. Die stellt gleich mal klar: “Wissenschaft ist nicht so eine unantastbare Hoheit wie man immer denkt.” Viele Legenden über das Essen halten sich weiter hartnäckig, obwohl die dazugehörigen Studien längst widerlegt worden sind.

In der Infobox fasst die Redaktion alle Erkenntnisse Mälzers bei seiner Recherche zusammen und belegt sie mit Beispielen.

Cholesterin ist so ein Beispiel. Mehr als ein Ei dürfe man pro Tag nicht essen, am besten nur zwei oder drei die Woche, sonst schieße der Cholesterinspiegel in die Höhe. Dabei hat das Cholesterin im Ei nichts mit dem im Blut zu tun und man kann so  viele Eier essen, wie man Appetit darauf hat. Ebenso sei die Schädlichkeit von gesättigten Fettsäuren nicht ausreichend belegt und der Mehrwert von Vollkorn statt Weizen ebensowenig. Die Erkenntnis: Jede Studie sollte erst auf ihre Plausibilität geprüft werden und auf ihre Finanzierer.

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Auch sind in den letzten Jahren viele Intoleranzen unter den Menschen aufgetaucht. Allergisch auf Gluten reagieren fünf Prozent der Bevölkerung. Allerdings geben 15 Prozent der Menschen an, eine Unverträglichkeit zu besitzen. Mit einem Bäcker stellt Mälzer fest: Was bei den Menschen, die nicht unter eine Unverträglichkeit leiden, die Blähungen und Magenschmerzen hervorruft, ist nicht der Glutengehalt im Brot, sondern häufig die Teigruhe. Die ist bei Discountprodukten viel kürzer als bei Produkten aus der Bäckerei. Das bestätigt auch ein Wissenschaftler.

Ähnlich verhält es sich mit Laktose. Viele Menschen glauben an einer Intoleranz zu leiden. Tatsächlich sind es aber nur 15 Prozent. Laktosefreie Milch zu kaufen, obwohl man nicht an einer Intoleranz leidet, bringe überhaupt keine gesundheitlichen Vorteile.

Superfood ist nur super teuer

Und auch mit dem Mythos Superfood räumt Mälzer in seinem Check auf. Chiasamen oder Gojibeeren – das einzige was sie können, ist den Geldbeutel leeren. Meist werden sie von weit her eingeflogen, haben eine schlechte Ökobilanz, sind Schadstoff belastet und vor allem – es gibt immer eine heimische Alternative: statt Gojibeeren lieber Heidelbeeren und statt Chiasamen lieber Leinsamen. Rotkohl beinhaltet ebenfalls viele Vitamine.

Zum Abschluss seines Ernährungschecks gibt es auch noch die Auswertung der Mälzerschen Detox-Kur. Das Ergebnis ist wie erwartet: Von wenig Essen, das nicht schmeckt, ist Mälzer grantig geworden. Spaß gemacht habe es keinen, er fühle sich auch nicht viel besser und das schlimmste kommt bei der Auswertung seiner Blutwerte: Physisch gebracht hat es nichts. Einer seiner Werte hat sich sogar ein wenig verschlechtert. Nach diesem Ergebnis können wir uns also getrost auf die Gans freuen. Lassen Sie sich das Essen nicht verleiden. Guten Appetit!

Im Video: Mineralwasser im Check

Fotos: Screenshot / ARD