Architektur: Ein durch und durch zeichenhafter Museumsbau

Ein Hingucker: das Museum für Architekturzeichnungen auf dem Pfefferberg-Areal

Was für ein Gebäude! Schon allein äußerlich ist das Museum ein Hingucker. Wie verschobene Riegel stapeln sich die vier Geschosse unter dem gläsernen fünften Stock. Selbst die geschlossene Fassade aus sandfarbenem Beton wirkt lebendig. Und sie kündigt zugleich auch schon das Thema des Hauses an – hier geht es um Architekturzeichnungen.

Denn bei genauerer Betrachtung fallen die aufwendig in den Beton gegossenen Reliefs auf. "Sie stammen von Zeichnungen alter italienischer Meister wie Gonzaga oder Toselli", wird uns der Hausherr Serge Tchoban später erläutern. Ein zeichenhaftes Gebäude. Offenbar fungiert schon die Fassade, quasi der Bau des Museums selbst, bereits als Exponat. Gekrönt wird das mehrfach ausgezeichnete zeitgenössische Gebäude von einem transparenten Obergeschoss aus Glas, in dem unter anderem Direktorin Nadesha Bartels ihr Büro mit Blick über das Pfefferberg-Areal hat.

"Ich wollte eine sprechende Fassade", erläutert Sergej Tchoban vor dem Rundgang durch das Innere des Hauses die Idee, Reliefs von Architekturzeichnungen in den Beton zu gießen. Tchoban hat das Gebäude entworfen und er ist auch Gründer der nach ihm benannten Stiftung, der Tchoban Foundation, die in dem privaten Museum seit der Eröffnung im Sommer 2014 jedes Jahr etwa drei Ausstellungen mit Architekturzeichnungen präsentiert - oft in Zusammenarbeit mit anderen renommierten Institutionen wie der Albertina in Wien.

Zur Premiere vor drei Jahren wurden seltene Zeichnungen von Giovanni Battista Piranesi (1720...

Lesen Sie hier weiter!