Architektur in Berlin: Hey Wippe, hey Schlossattrappe: Niemand hier mag euch!

So sieht der Entwurf für das Einheitsdenkmal vor dem Berliner Schloss aus. Geplant hat es das Stuttgarter Büro Milla & Partner

Wippe, Schlossattrappe, Scheune. Steht schon so abfällig auf der Einladung der Akademie der Künste. Zum Dialog wurde geladen, ein kleines Podium zusammengestellt – Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sitzt dort und der Architekt Wilfried Wang. Aber wozu ein Podium, wozu ein Dialog, wenn eh alle einer Meinung sind? Hey Wippe, hey Schlossattrappe, hey Scheune: Niemand hier mag euch.

Akademiepräsidentin Jeanine Meerapfel soll die Diskussion leiten, doch sie hat keine Fragen, dafür umso mehr Meinung. Nicht schlimm, die Mehrheit im Publikum teilt ihre Ansichten. Das rekonstruierte Schloss, lächerlich, eine Attrappe halt. Das Einheitsdenkmal davor, infantil, eine Wippe eben. Am ehesten ist man für das Museum der Moderne aufgeschlossen, aber auch das wird die tote Ecke an der Potsdamer Straße wohl nicht beleben, also nimmt man Abstand. Der Superkunstbau, eine Scheune mit Satteldach.

An diesem Abend macht niemand eine gute Figur

"Ich komme mir hier vor wie bei einer Kiez-Veranstaltung", wird sich eine Frau aus dem Publikum später empören. "Und nicht wie bei einer Diskussion in der Akademie der Künste." Und Jeanine Meer­apfel wird zurückschnappen: "Vielleicht sind wir ja eine Kiez-Veranstaltung."

Nein, sie macht keine gute Figur. Aber niemand macht an diesem Abend eine gute Figur. Wenn Berlins geistige Elite hier versammelt sein soll, na dann gute Nacht. Alle scheinen gefangen im Gestern. ohne eine Vision von morgen.

Fangen wir mit dem Kultursenator an. Er schwebt in einer Art Ost-Blase du...

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