Arbeitsrecht: Darf ein Arbeitsvertrag auf drei Jahre befristet werden?

Ein neuer Mitarbeiter wird auf drei Jahre befristet. Ob das rechtens ist und warum das Alter der Firma eine Rolle spielt, erklärt ein Anwalt.

Berlin.  Der Arbeitsrechtler Dr. Heiko Peter Krenz beantwortet Leserfragen.

"Ich habe bei einem ganz jungen Unternehmen meinen Arbeitsvertrag unterschrieben. Der Vertrag ist befristet auf drei Jahre. Die Dauer kommt mir merkwürdig vor. Ist das zulässig"

Das sagt Anwalt Heiko Peter Krenz: Heutzutage sind viele Arbeitsverhältnisse zeitlich nur von begrenzter Dauer. Im rechtlichen Rahmen ist das auch zulässig. Normalerweise sind Befristungen allerdings nur bis zu insgesamt zwei Jahren möglich. Insofern liegen Sie richtig mit Ihrer Verwunderung. Allerdings gibt es Ausnahmen für frisch gegründete Unternehmen.

Doch zunächst einmal zum Normalfall. Einen Grund für die Befristung muss der Arbeitgeber nicht angeben. Innerhalb der genannten Dauer von zwei Jahren kann der Vertrag zwischen Unternehmen und Mitarbeiter sogar dreimal verlängert werden. Doch alles, was über die maximalen zwei Jahre hinausgeht, ist unzulässig.

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Dr. Heiko Peter Krenz ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin privat

Diese "Schallmauer" darf nur dann überschritten werden, wenn ein sachlicher Grund dafür vorliegt. Bekannte Beispiele für eine erlaubte Übertretung der Zwei-Jahres-Grenze sind die Elternzeitvertretung oder auch die Dauer eines Projekts. Derartige Befristungsgründe haben jedoch eine gewisse Fehleranfälligkeit und müssen von Arbeitgebern mit Vorsicht behandelt werden.

Ausnahme: neu gegründete Unternehmen

Bei neuen Unternehmen gilt allerdings eine Besonderheit: Sie dürfen in den ersten vier Jahren nach der Gründung Arbeitsverträge ohne sachlichen Grund für die Dauer von sogar bis zu vier J...

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