Arbeitsrecht: Darf der Arbeitgeber Angestellte wegen Shorts kündigen?

Mit Shorts zur Arbeitsstelle? Ob Mitarbeiter bei Hitze mit kurzen Hosen ins Büro kommen dürfen, erklärt ein Anwalt für Arbeitsrecht.

Rechtsanwalt Dr. Heiko Peter Krenz beantwortet Leserfragen zum Arbeitsrecht.

Ich habe gehört, dass ein Arbeitnehmer entlassen wurde, weil er bei der Arbeit kurze Hosen getragen hat. Ich dachte bislang immer, solche Geschichten wären ein Scherz. Darf man wirklich gekündigt werden, weil man Shorts anhat?

Das sagt der Anwalt: Die Ansichten über angemessene Kleidung am Arbeitsplatz gehen weit auseinander. Ein Anzug bei 30 Grad im Schatten ist schließlich nicht jedermanns Sache. Da würde so mancher Angestellte luftige Kleidung bevorzugen. Doch Shorts stoßen bei Arbeitgebern selten auf Gegenliebe.

Allerdings ist ein Verbot vom Chef nicht in jedem Fall berechtigt. Entscheidend ist der Einzelfall. Was an Kleidung zulässig ist und was nicht, bestimmt in erster Linie der Arbeitsplatz. Wer häufig in Kontakt mit Kunden kommt, wird stärker auf ein seriöses Auftreten achten müssen als ein Kollege, der ausschließlich Büroarbeit erledigt. Der Grundsatz lautet: Kleidung und Aussehen müssen für die Position geeignet sein.

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Dr. Heiko Peter Krenz ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. privat

Hat ein Mitarbeiter Kundenkontakt, kann der Arbeitgeber also untersagen, dass er in Shorts daherkommt. Durchgreifen darf er übrigens auch dann, wenn es um einschlägige Schutzvorschriften geht. So sind Schutzhelme und Sicherheitsschuhe auf der Baustelle unerlässlich. Turnschuhe und Caps wären dort tabu.

Auch bei Hygienevorschriften muss der Arbeitgeber darauf achten, dass die Mindeststandards eingehalten werden. Heißt: Die Temperaturen in der Mensaküche mögen noch so hoch sein, das...

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