Arbeitslosigkeit in Spanien geht zurück

Zahl befristeter Arbeitsverträge allerdings angestiegen

Dank der boomenden Tourismus-Branche ist die Arbeitslosigkeit in Spanien im vergangenen Jahr zurückgegangen. Zum Jahresende lag die Arbeitslosenquote bei 16,5 Prozent und damit mehr als zwei Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr, wie am Donnerstag aus Daten des Statistikinstitutes hervorging. In der Service-Branche, zu der auch der Tourismus gehört, wurden demnach über das Jahr verteilt fast 290.000 neue Jobs geschaffen.

Der Tourismus in Spanien verzeichnete ein Rekordjahr - die 82 Millionen Spanien-Besucher dürften nach offiziellen Angaben sogar die Zahl der Touristen in den USA übertreffen. Jobs in der Branche sind allerdings häufig befristet.

Die Zahl derartiger Arbeitsverträge in Spanien stieg zum Jahresende im Vergleich zum Vorjahr um mehr als vier Prozent an, wohingegen die Zahl längerfristiger Verträge um nur drei Prozent anstieg. "Die Arbeitslosigkeit sinkt zwar, aber die Qualität der Jobs liegt weiterhin unter dem Minimalstandard", bemängelte Pepe Alvárez von der Gewerkschaft UGT im spanischen Fernsehen.

Insgesamt hat Spanien nach Griechenland die höchste Arbeitslosigkeit in der Eurozone. Die politische Krise in Katalonien beeinflusste die Zahl der Arbeitslosen aber entgegen Befürchtungen offenbar kaum. Nur im vierten Quartal des Jahres, als Unabhängigkeitsbefürworter die Region aktiv vom Rest des Landes abzuspalten versuchten, stieg die Rate leicht an. Insgesamt gehörte Katalonien aber zu den drei Regionen Spaniens, in denen die Arbeitslosigkeit am stärksten sank.