Arbeitslosenquote sinkt im Oktober auf historisches Tief

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Bundesagentur für Arbeit

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September deutlich gefallen

Der Arbeitsmarkt brummt: Die Arbeitslosenzahl sank im Oktober weiter und erreichte einen historischen Tiefstand von 5,4 Prozent. Aktuell sind 2,39 Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag mitteilte. Gegenüber September ist das ein Rückgang um 60.000, im Vergleich zum Oktober 2016 sogar um 151.000 Arbeitslose.

Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent - den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung 1991. "Durch die kräftige Herbstbelebung sinken Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im Oktober stärker als üblich", erklärte der BA-Vorstandsvorsitzende Detlef Scheele in Nürnberg. Besonders erfreulich sei, dass der Rückgang durch Wachstum auf dem realen Arbeitsmarkt stattfinde, und nicht durch Förderprogramme des BA.

Dem aktuellen Arbeitsmarktbericht zufolge stieg die Zahl der Erwerbstätigen und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiter an. Im September waren 44,65 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig, das waren saisonbereinigt 41.000 mehr als im Vormonat und 655.000 mehr als im September des Vorjahres. Der Anstieg ging dabei ausschließlich auf ein Plus bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen zurück. Regional gesehen war der Anstieg in Ostdeutschland am stärksten - die Arbeitslosigkeit dort ist aber weiterhin überdurchschnittlich hoch.

Für das kommende Jahr geht Scheele von weiter sinkenden Arbeitslosenzahlen aus, wobei die Zahl "einheimischer Arbeitsloser" stärker sinken werde als die Zahl der arbeitslosen anerkannten Flüchtlinge. Scheele forderte ein systematisiertes Einwanderungsgesetz, um dem Schrumpfen der Erwerbsbevölkerung entgegenzuwirken. Arbeitssuchende sollten sich bereits im Ausland qualifizieren und erst mit einem Arbeitsvertrag einreisen dürfen, schlug er vor.

Zusammen mit dem Arbeitsmarktbericht stellte das BA auch die Jahresbilanz für den Ausbildungsmarkt vor. Hier gab es keine großen Veränderungen. Von Oktober 2017 bis September 2017 lag die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen bei knapp 550.000. Trotz rückläufiger Schulabgängerzahlen blieb auch die Zahl der Ausbildungssuchenden stabil bei 548.000.

Allerdings nehme das Ungleichgewicht zwischen Bewerbern und Stellen zu. So waren in Süddeutschland, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und im Saarland deutlich mehr Ausbildungsstellen als Bewerber gemeldet. Im Gegensatz dazu fehlten betriebliche Ausbildungsstellen vor allem in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Vor allem in Fleischereien, Bäckereien, in Hotels und Gaststätten sowie auf dem Bau herrschte laut BA Bewerbermangel. Für Stellen im Büro, der Kfz-Technik, Informatik und Medizin gab es hingegen zu viele Bewerber.

In der Folge waren am 30. September insgesamt noch knapp 49.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Gegenüber dem Vorjahr waren das 5500 mehr.

Der Präsident des Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, erklärte, das Werben für die berufliche Bildung trage Früchte. Insgesamt seien in seinem Bereich gut 300.000 Ausbildungsverträge geschlossen worden, 0,2 Prozent mehr als im Vorjahr.