Arbeitskräfte weiter gefragt - Ausbildung bleibt Sorgenkind

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Ein Auszubildender zum Maurer arbeitet im Ausbildungszentrum Butzweilerhof an einer Mauer.
Ein Auszubildender zum Maurer arbeitet im Ausbildungszentrum Butzweilerhof an einer Mauer.

Seit dem Frühjahr wollen die Unternehmen wieder mehr einstellen. Bei der Ausbildung bleiben aber viele zurückhaltend.

Nürnberg (dpa) - Während die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland weiter wächst, ist auf dem Ausbildungsmarkt keine schnelle Erholung in Sicht.

Einer KfW-Umfrage zufolge erwartet jeder vierte ausbildende Mittelständler (26 Prozent), am Jahresende weniger Lehrlinge unter Vertrag zu haben als Ende 2020. Die Chancen für Jobsuchende haben sich hingegen seit dem Frühjahr verbessert. Zuletzt hat sich die Nachfrage nach Arbeitskräften aber verlangsamt.

Der Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit stieg von Juli auf August um einen Punkt auf 123 Punkte. Damit setze die Arbeitskräftenachfrage das Wachstum seit dem Frühjahr fort, wenngleich mit schwächerer Dynamik als die Monate zuvor, teilte die Bundesagentur am Montag in Nürnberg mit. Im Vergleich zu vor einem Jahr liegt der BA-X aktuell sogar um 30 Punkte höher.

Der Stellenindex beruht auf den Stellengesuchen, die bei der Arbeitsagentur gemeldet sind. Als Referenzwert dient der Durchschnitt des Jahres 2015, der mit 100 angegeben wurde.

Im August wurde in nahezu allen Branchen ein Plus an Stellen gemeldet. Seit den Corona-Lockerungen im Mai ist vor allem die Nachfrage nach Arbeitskräften im Gastgewerbe und im Handel gestiegen. Aber auch die Industrie sucht wieder mehr neue Mitarbeitende.

In Deutschland leisten der KfW zufolge traditionell kleine und mittlere Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro jährlich den Großteil der beruflichen Ausbildung - und diese zeigten kaum Optimismus für 2021: In der Umfrage rechneten lediglich 15 Prozent damit, bis Jahresende mehr Azubis unter Vertrag genommen zu haben als Ende 2020.

Demnach hatten im Laufe des vergangenen Jahres bereits 28 Prozent der Firmen die Anzahl der Lehrlinge verringert. Sollten sich die Zukunftseinschätzungen der Unternehmen bewahrheiten, hätten nach zwei Krisenjahren fast 4 von 10 mittelständischen Ausbildungsunternehmen weniger Abzubildende als vor der Krise, heißt es in der KfW-Analyse.

Die Zahlen machten wenig Hoffnung auf eine schnelle Erholung oder Nachholeffekte auf dem deutschen Ausbildungsmarkt, analysierte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. «Möglicherweise wird die Bereitschaft, langfristig Verantwortung für Auszubildende zu übernehmen, noch durch Unsicherheit bezüglich des stockenden Impftempos und der Delta-Variante gebremst.» Auch angesichts des Fachkräftemangels sei es wichtig, dass die Ausbildungsaktivität möglichst bald zum Vorkrisenniveau zurückkehre, mahnte sie.

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