Arbeitsgericht: Berliner Radtrainer filmte Sportlerinnen im Umkleideraum

Eine Statue der Justitia (Archivbild)

Berlin.. Am 16. Dezember 2015 erschien bei der Berliner Morgenpost ein Artikel unter der Überschrift "Velodrom-Trainer soll Sportlerin in Umkleide gefilmt haben". Durch diesen Artikel habe man erfahren, was da passiert sei, sagte am Mittwoch ein Anwalt des Olympiastützpunkt Berlin e.V. in einer mündlichen Verhandlung vor dem Arbeitsgericht. Kläger war jener Velodrom-Trainer, der gegen seine fristlose Kündigung vorgehen wollte – und am Ende, wenig überraschend, den Prozess verlor. Die Kammer 54 des Arbeitsgerichts erklärte die fristlose Kündigung für rechtens.

Irritierend an diesem Verfahren und dem Vorgehen des 59-Jährigen ist, dass er die Tat keineswegs bestreitet und dennoch nachdrücklich auf weitere Zahlungen durch seinen – nunmehr ehemaligen – Arbeitgeber pocht. Sein Mandant könne sich vorstellen, bei einer Summe von 50.000 Euro über einen Vergleich nachzudenken, sagte der Anwalt des Trainers am Mittwoch vor dem Arbeitsgericht. Juristen sprechen in diesem Zusammenhang von mangelndem Unrechtsbewusstsein.

Herausgekommen waren die Taten eher zufällig. Eine der Radfahrerinnen vermisste ihren Slip. Als sie den Mädchen-Umkleideraum im Velodrom an der Paul-Heyse-Straße (Prenzlauer Berg) durchsuchte, entdeckte sie eine Videokamera. Die Sportlerin schaltete die Polizei ein. Die Beamten fanden wenig später den vermissten Slip im Büro des Trainers. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung wurden auf Speicherkarten 37 Videos sichergestellt; mit Sequenzen, die bis zu knapp 30 Minuten lang waren. Me...

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