Arbeitnehmervertreter: Diesel-Gipfel muss für rasche Schadstoffsenkung sorgen

Vor dem Diesel-Gipfel haben die Arbeitnehmervertreter der Autobranche von dem Treffen konkrete Beschlüsse gefordert, um die Stickoxidbelastung in Ballungszentren "deutlich und kurzfristig" zu senken

Vor dem Diesel-Gipfel haben die Arbeitnehmervertreter der Autobranche von dem Treffen konkrete Beschlüsse gefordert, um die Stickoxidbelastung in Ballungszentren "deutlich und kurzfristig" zu senken. "Pauschale, kurzfristig eingeführte" Fahrverbote für Dieselautos in deutschen Innenstädten dürften jedoch nicht dazu zählen, erklärten die IG Metall und die Gesamtbetriebsratsvorsitzenden der deutschen Autoindustrie am Montag. "Die Verbraucher und insbesondere die Pendler würden durch Einfahrverbote abgestraft."

Zudem stünden durch Fahrverbote Arbeitsplätze auf dem Spiel. "Eine Ächtung des Diesels wäre daher sowohl mit Blick auf die Umwelt, die Verbraucher als auch auf die Beschäftigten kontraproduktiv", heißt es in der Mitteilung. "Er bleibt als Übergangstechnologie unverzichtbar."

Als wichtigste Maßnahme zur Senkung der Schadstoffbelastung fordern die Arbeitnehmervertreter von Politik und Automobilindustrie die Einigung auf eine "möglichst flächendeckende Nachbesserung von Fahrzeugen aus der Bestandsflotte mit Euro-5-Norm", soweit dadurch eine Verringerung des Schadstoffausstoßes erreicht werden könne. "Der Gipfel muss verlässliche und überprüfbare Maßstäbe, Zielgrößen und Zeitpläne für diese Nachbesserung verabreden. Diese müssen für alle Automobilhersteller, die im deutschen Markt Fahrzeuge verkaufen, gleichermaßen gelten."

Als Konsequenz aus dem Diesel-Skandal um manipulierte Abgaswerte haben Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die Hersteller für Mittwoch zu dem Diesel-Gipfel nach Berlin geladen. Erwartet wird die Zusage der Autoindustrie, ältere Dieselfahrzeuge per Software-Update kostenlos für die Nutzer nachzurüsten.