Arbeitgeber: IG-Metall-Forderungen passen nicht in die Zeit

dpa-AFX

HANNOVER (dpa-AFX) - Niedersachsens Metall-Arbeitgeber haben das von der IG Metall für die anstehende Tarifrunde angepeilte Lohnplus von 6,5 bis 7 Prozent abgelehnt. "Der Forderungsrahmen von bis zu 7 Prozent passt nicht zum Ausblick unserer Unternehmen. Das wäre eine hochriskante Wette auf die Zukunft", warnte der Hauptgeschäftsführer von Niedersachsenmetall, Volker Schmidt, am Donnerstag in Hannover.

Auch die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung passe angesichts des Fachkräftemangels nicht in die Zeit. Mancher Betrieb könne wegen fehlender Fachkräfte mittlerweile nicht mehr jeden Auftrag annehmen. Eine 28-Stunden-Woche stelle die seriöse Personalplanung vor kaum lösbare Herausforderungen: "Dass die IG Metall nun die Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung mit dieser saftigen Entgeltforderung verschränkt, macht einen Tarifkompromiss nicht gerade leichter."

"Die wirtschaftlichen Rahmendaten sind gut, die Aussichten sind ungetrübt: Das Wachstum hält an, die Branche kann sich über eine gute Auftragslage freuen", betonte dagegen der Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger. Am 10. Oktober werde der Vorstand der IG Metall seine Forderungsempfehlung abgeben. Zwei Wochen später beschließen die Tarifkommissionen in den Bezirken, mit welcher Forderung sie in die Verhandlungen gehen wollen.

Dass die Unternehmen immer noch erfolgreich seien, liege vor allem an der Innovationskraft des industriellen Mittelstandes, betonte Schmidt dagegen. "Aber auch dieser Erfolg ist nicht in Stein gemeißelt." Die Margen seien gering, trotz voller Auftragsbücher bleibe bei vielen Unternehmen "kaum etwas hängen".