Die Arbeit der Seniorenvertreter: In Köln gibt es viel zu tun

Die Seniorenvertretung setzt sich für die Interessen älterer Menschen ein.

Ob es um Barrierefreiheit bei der KVB geht, um Behindertenparkplätze, mehr Parkbänke, seniorenfreundliche Ampelschaltungen oder Stolperfallen auf Straßen und Plätzen: Die Seniorenvertretung Kölns mischt sich ein, wenn es gilt, den Interessen der älteren Kölner in Politik und Verwaltung Gehör zu verschaffen. Ein halbes Jahr nach der Wahl haben die Seniorenvertreter für den Bezirk Innenstadt nun ein erstes Zwischenresümee ihrer Arbeit gezogen.

Hoher Beratungsbedarf bei rechtlichen Fragen

„In unseren Sprechstunden haben wir festgestellt, dass viele Senioren einen hohen Beratungsbedarf bei rechtlichen Fragen haben“, sagt der stellvertretende Sprecher, Hans Meurers. Dabei geht es etwa um die Grundsicherung im Alter oder Mietstreitigkeiten. Die Interessenvertretung hat deshalb Kontakt zur „Studentischen Rechtshilfe für Senioren“ der Uni Köln aufgenommen. Jura-Studenten werden künftig an jedem zweiten Dienstag im Monat von 10 bis 12 Uhr eine Sprechstunde im Bezirksrathaus Innenstadt abhalten, Ludwigstraße 8, Zimmer 425.

Angst vor Heroinabhängigen

Die Heroinabhängigen am Neumarkt machten älteren Anwohnern Angst, so die Beobachtung der Seniorenvertreter. Den neuen Drogenkonsumraum, der an der Thieboldsgasse eingerichtet werden soll, lehnen sie ab. Sie befürchten eine weitere Belastung für das Wohnviertel, das mit der nahen Methadon-Ausgabe bereits eine zentrale Anlaufstelle für die Szene habe. Am von Oberbürgermeisterin Henriette Reker einberufenen Runden Tisch zum Konsumraum haben sie deshalb die Suche nach alternativen Standorten gefordert.

„Die KVB ist ein Riesenproblem“

„Die KVB ist für alle älteren Menschen, aber auch für Eltern mit Kinderwagen ein Riesenproblem“, sagt Sprecher Karl-Heinz Pasch. Barrierefreiheit existiere bei dem Unternehmen allenfalls theoretisch. Fehlende Aufzüge und wochenlang defekte Rolltreppen seien ein ständiges Ärgernis. „Das ist für uns ein Dauer-Thema, das wir immer wieder ansprechen.“

Auch die Überlegungen des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg, Vierer-Tickets künftig nur noch als Handy-Fahrscheine anzubieten, stößt bei den Seniorenvertretern auf Kritik. Allenfalls zehn Prozent der älteren Menschen kämen damit zurecht, so ihre Prognose.

Ein ständiges Ärgernis sind nach Angaben von Pasch auch die langen Bearbeitungszeiten bei Anträgen, etwa für den Köln-Pass, bei dem Wartezeiten von drei Monaten üblich sind. Die Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises dauere bis zu einem Jahr. Wenn der Ausweis dann endlich komme, sei die Krankheit oft schon viel weiter fortgeschritten, sodass der eingetragene Behinderungsgrad gar nicht mehr aktuell ist.

Seniorenrabatt gefordert

Einsetzen wollen sich die Interessenvertreter auch für einen ermäßigten Eintritt für Senioren in Theater, Museen und andere Kultureinrichtungen. Ein solcher Rabatt sei in vielen Städten weltweit üblich, nur in Köln nicht. „Als kleine Anerkennung für die Lebensleistung älterer Menschen halten wir das für sinnvoll“, sagt Hans Meurers.

Die Sprechstunde der Seniorenvertretung Innenstadt im Bürgerzentrum Deutz soll beibehalten werden. Viele ratsuchende Senioren wollten nicht über die Brücke fahren, die Sprechstunde werde daher gut angenommen. Sie findet jeden letzten Dienstag im Monat von 10 bis 12 Uhr im Bürgerzentrum, Tempelstraße 41, statt. Auch ein Ansprechpartner der Polizei ist dann anwesend....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta