Aquarius-Krise eskaliert zu internationalem Streit

Die Krise um das Rettungsschiff Aquarius, dem die Einfahrt in einen italienischen Hafen verwehrt wurde, hat sich zu einem internationalen Streit der Worte ausgewachsen. 

Italiens Innenminister und Vize-Premier Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Lega forderte am Mittwoch von der französischen Regierung eine Entschuldigung für abwertende Bemerkungen über Italiens harten Kurs.

Italiens Geschichte der Solidarität verdiene nicht, von Mitgliedern der französischen Regierung heruntergemacht zu werden. Er hoffe, dass Paris so schnell wie möglich eine offizielle Entschuldigung vorlege, so Salvini. 

Anderenfalls, so die Drohung aus Rom, werde Italiens neuer Regierungschef Giuseppe Conte nicht am Freitag zum geplanten Treffen mit Präsident Emmanuel Macron kommen. Das Außenministerium in Rom bestellte den französischen Botschafter ein. 

In Italien hatten vor allem Aussagen des französischen Regierungssprechers Benjamin Griveaux für Unmut gesorgt. Er hatte vom "Beweis einer Form von Zynismus und einer gewissen Verantwortungslosigkeit der italienischen Regierung" gesprochen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ihrerseits drängt auf eine europäische Lösung in der Flüchtlingspolitik, wie sie nach einem Treffen mit dem belgischen Premier in Berlin betonte.

Angela Merkel: "Italien hat das Gefühl, dass es nicht ausreichend Solidarität aus Europa erfährt. Denn Italien hat sehr viele Flüchtlinge aufgenommen - und das ist eines unserer Probleme. Wir müssen auf die Bedürfnisse aller in der Europäischen Union eingehen."

Wenig Begeisterung zeigt Merkel hingegen für die von Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und dem deutschen Innenminister Horst Seehofer (CSU) vorgeschlagene sogenannte "Achse der Willigen" Berlin-Rom-Wien. 

Mit Letzterem ringt sie zudem um den künftigen Kurs der deutschen Asylpolitik.