Apple: Mit diesen Geschäftszweigen rüstet sich der Mega-Konzern für die Zukunft

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Apple verlässt sich schon lange nicht mehr auf den Verkauf von Hardware-Produkten. Mit dem Ausbau seiner Online-Dienste und diversen Firmenübernahmen will der Konzern auch in Zukunft einer der wertvollsten der Welt bleiben. Wir zeigen, was Apple Business heute ausmacht.

Apple ist einer der wertvollsten Konzerne der Welt. Daran wird sich in Zukunft nicht so schnell was ändern. (Bild: Getty Images)

Längst vorbei sind die Zeiten, als "iPhone-Hersteller" das Synonym für die Marke Apple war. Auch für MacBook und iPad steht der Konzern nicht mehr in erster Linie. Die Spatzen brauchen es nicht mehr von den Dächern pfeifen: Apples Geschäft mit seinen Hardware-Produkten ist rückläufig, mindestens stagniert es. Selbst die Kultmarke iPhone, dieses revolutionäre, Zeiten umwälzende Gerät, hat bei vielen Menschen seinen Reiz verloren. Kein Wunder also, dass Apple gerade dabei ist, sich geschäftlich neu zu orientieren. Teil der neuen Strategie ist, die Abhängigkeit des Konzerns von seiner Hardware zu durchbrechen und den Fokus stärker auf die Online-Dienste zu legen.

Tatsächlich ist Apple längst nicht nur Hardware-, sondern auch Software-Hersteller. Während früher die Online-Angebote des Konzerns vor allem Mittel waren, um dem Zweck, nämlich den Umsatz der Hardware-Produkte anzukurbeln, zu dienen, sind sie heute ein eigenständiger Geschäftsbereich. Apple misst Diensten wie der Musikstreaming-Plattform Apple Music, dem Speicherplatz-Dienst iCloud und dem digitalen Sprachassistenten Siri eine immer größere Bedeutung zu. Mit zusätzlichen Angeboten baut der Konzern diesen Geschäftszweig weiter aus. Das 2014 gestartete digitale Bezahlsystem Apple Pay zum Beispiel und das letztes Jahr ins Leben gerufene Spieleportal Apple Arcade sind nur zwei davon. Noch wichtiger als diese Produkte scheint dem Silicon-Valley-Giganten Apple TV+ zu sein.

Hoffnung Apple TV +

Mit dem im November 2019 in über 100 Ländern gestarteten Angebot will Apple im lukrativen Markt für Video-Streaming mitmischen. Das Risiko ist groß. Immerhin hat sich das Unternehmen mit Apple TV+ nicht nur gegen die derzeit dominierenden Anbieter Netflix und Amazon Prime Video aufgestellt. Hinzu kommt, dass mit Disney+ und dem Online-Video-Angebot HBO Max des Medienkonzerns Warner Media künftig mindestens zwei weitere Konkurrenten den Markt aufmischen wollen. Damit steht nicht nur Apple die nächste Gefahr ins Haus. Die Nachfrage nach Online-Filmen und -Serien ist derzeit zwar groß, das Überangebot an Inhalten droht den Markt jedoch zu sättigen. Außerdem war die Welt nie schnell- und Trends nie kurzlebiger. Dass nicht alle Streaming-Anbieter langfristig im Kampf um Abonnenten überleben werden, dürfte gewiss sein. Ob sich Apple mit seiner Strategie, "ganz auf Originals" zu setzen, behaupten wird, bleibt abzuwarten.

Angst vor der Zukunft braucht der Konzern dennoch nicht haben. Selbst wenn Apple TV + und die anderen Online-Dienste nicht die "nächsten großen Dinge" sind, hat Apple noch so manches andere Eisen im Feuer. Erstens wird der Konzern seine Hardware-Sparte nicht schleifen lassen. Sicher auch nicht das iPhone, dessen Verkaufszahlen zwar stagnieren, das aber noch immer Apples wichtigstes Produkt ist. Auch die Uhr Apple Watch, die Kopfhörer AirPod und der Lautsprecher HomePod sind nach wie vor Goldgruben. Und zweitens: Wenn die Hardware- und Software-Stricke tatsächlich reißen sollten, bleibt Apple ein weiterer mächtiger Pfeiler. Denn der Konzern hat in den letzten Jahren nicht nur sein Geschäft durch die Stärkung der Online-Dienste ausgebaut, sondern seine Wirtschaftsmacht auch durch zahlreiche Unternehmensaufkäufe gestärkt.

Seit 2014 gehören die Kopfhörer von Beats Electronics zum Apple-Imperium. (Bild: Getty Images)

Apples Tochterunternehmen

Neben dem Sprachassistenten Siri, der seit 2010 durch den Aufkauf von Siri Inc. Teil von Apple Business ist, ragen zwei weitere Übernahmen heraus. Ende 2018 war der Deal um Shazam Entertainment Limited unter Dach und Fach. Seit dem ist der Konzern dabei, die Marke seines neuen Tochterunternehmens, das Musikerkennungsprogramm Shazam, in die Apple-Produkte zu integrieren. Mit Siri ist die Software bereits gekoppelt, wie Apple damit darüber hinaus Geld verdienen will, wird die Zukunft zeigen. Woraus sich die Einnahmen von Beats Electronics zusammensetzen, dürfte dagegen klar sein. Das im Jahr 2006 von Rapper Dr. Dre gegründete Unternehmen verdient sein Geld hauptsächlich mit dem Verkauf von Kopfhörern. Seit 2014 ist der Audiohersteller Teil des Apple-Imperiums. 3,2 Milliarden Dollar ließ sich der Konzern die Übernahme angeblich kosten, weil er überzeugt war, dass Menschen immer mehr dazu tendieren, Musik unterwegs zu hören.

Geschuldet den Zeitläuften, hat sich Apple in den letzten Jahren also stark gewandelt. Eines ist dabei beim Alten geblieben: Der Konzern ist noch immer einer der wertvollsten der Welt. Dank seines breit angelegten Geschäftsfeldes wird sich daran wohl so schnell nichts ändern.