Apples iPhone treibt Gewinn und Umsatz des Konzerns in die Höhe

Das neue iPhone gibt es seit Freitag

Angetrieben durch den Verkauf des iPhone hat der Technologieriese Apple Gewinn und Umsatz im zurückliegenden Quartal kräftig gesteigert. Der Konzern verbuchte ein Gewinnplus von 19 Prozent, der Umsatz kletterte um zwölf Prozent. Weltweit kam am Freitag das neue iPhone X in die Läden - mit Gesichtserkennung, größerem Bildschirm und zu einem stolzen Preis. Apple hofft für die Weihnachtszeit auf weitere Rekordzahlen.

Das Apple-Geschäftsjahr endet Ende September, daher gab das Unternehmen am Donnerstag Zahlen für das vierte Quartal bekannt: Der Gewinn stieg auf 10,7 Milliarden Dollar (9,2 Milliarden Euro), das waren 19 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz betrug 52,6 Milliarden Dollar. Die Apple-Aktie legte nachbörslich um mehr als drei Prozent zu.

Im gesamten Geschäftsjahr machte Apple einen Nettogewinn von 48,35 Milliarden Dollar, das war ein Anstieg von 5,8 Prozent. Der Umsatz kletterte um 6,3 Prozent auf 229,23 Milliarden Dollar. Angetrieben wurde das Geschäft vor allem durch das iPhone - das Smartphone steht für mehr als die Hälfte des Umsatzes des Technologiekonzerns. Apple verkaufte im vierten Quartal 46,7 Millionen davon.

Konzernchef Tim Cook sprach von einem Rekord-Ergebnis, noch nie sei der Umsatz im letzten Quartal eines Geschäftsjahres so hoch gewesen. Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres, das auch die Weihnachtszeit mit einschließt, erwartet das Unternehmen einen Rekordumsatz von 84 bis 87 Milliarden Dollar. Dabei setzt Apple vor allem auf das neue iPhone X und die vor kurzem vorgestellten Modelle 8 und 8 Plus.

Das iPhone X sollte am Freitag auf 50 Märkten weltweit in die Läden kommen. Das neue Modell kann erstmals per Gesichtserkennung entsperrt werden, außerdem wartet das Telefon mit einem größeren Display in OLED-Technik mit organischen Leuchtdioden auf, die für ein schärferes Bild sorgen. Auch Bildauflösung und Grafik sind beim iPhone X im Vergleich zu den Vorgängermodellen verbessert.

Wie so oft bildeten sich vor den Läden, in denen das iPhone zuerst erhältlich war, lange Schlangen, so etwa im australischen Sydney und in Hongkong und Singapur. Der Preis für das neue iPhone ist stolz - in den USA ist das Modell mit kleinerem Speicher für 999 Dollar zu haben. Die Preise variieren aber je nach Land - in Deutschland kostet die Variante mit einem 64-GB-Speicher 1149 Euro, 256 GB schlagen mit 1319 Euro zu Buche.

Im südfranzösischen Aix-en-Provence protestierten Aktivisten des globalisierungskritischen Netzwerks Attac pünktlich zum Start des neuen iPhone gegen Apple. Vor dem dortigen Geschäft brachten sie einen großen Wurm am Apfel-Logo an, kippten etliche Äpfel vor dem Laden aus und schrieben "Bezahl deine Steuern!" an die Fassade.

Apple lässt seit Jahrzehnten einen großen Teil seines internationalen Geschäfts über Irland laufen. Durch eine Vereinbarung mit der irischen Regierung vermied der US-Konzern nach Angaben der EU die Besteuerung von nahezu sämtlichen Gewinnen, die er durch den Verkauf seiner Produkte im gesamten EU-Binnenmarkt erwirtschaftete.