Apple gibt die Karten nicht auf

Motley Fool Investmentanalyst

Apple (WKN:865985) überarbeitet einen seiner umstrittensten Dienste: Apple Maps. Die Markteinführung von Apple Maps im Jahr 2012 war eine Katastrophe, die jahrelangen Spott nach sich zog und sogar zum Ausscheiden des ehemaligen Software-Chefs Scott Forstall beitrug, der sich nicht für den verpfuschten Start entschuldigen wollte.

Dies musste an seiner Stelle der CEO Tim Cook übernehmen. Der Mac-Hersteller hatte sich damals mit Google, einem Tochterunternehmen von Alphabet (WKN:A14Y6F) (WKN:A14Y6H), über die Turn-by-Turn-Navigation gestritten, und Googles Entscheidung, diese Differenzierungsfunktion zurückzuhalten, war der Treiber für Apples Entscheidung, einen eigenen Mapping-Dienst anzubieten.

Apple Maps hat sich in den letzten Jahren sicherlich verbessert, aber es gibt noch viel zu tun.

Jahrelange Entwicklung

TechCrunch meldet, dass Apple den Service „von Grund auf neu aufbaut“, wobei der wichtigste Unterschied darin besteht, dass Apple nun bereit ist, den Service mit eigenen First-Party-Daten zu erstellen, anstatt sich auf Datenquellen von Drittanbietern zu stützen. Zum Beispiel lizensierte die ursprüngliche Version unter anderem Daten von TomTom und OpenStreetMap (und die Aktie von TomTom schmierte daraufhin auch gleich ab).

Apple hat Jahre damit verbracht, mit einer Flotte von Fahrzeugen, die mit verschiedenen Kameras und Sensoren ausgestattet sind, diese Daten zu sammeln. Anekdotisch kann ich berichten, dass ich Apples Mapping-Vans in den letzten Jahren eine paar Mal im Großraum Denver gesehen habe. Ähnlich wie Google wird Apple auch die Millionen von Smartphones nutzen, auf denen der Mapping-Service installiert ist, um anonymisierte Daten zu sammeln, aus denen sich Dinge wie Verkehrs- und Straßenverhältnisse ableiten lassen.

„Seit wir dies vor sechs Jahren eingeführt haben, haben wir eine riesige Investition getätigt, um die Karten auf den neuesten Stand zu bringen“, sagte Apple Service-Chef Eddy Cue gegenüber TechCrunch. Er fuhr fort:

„Als wir starteten, ging es viel um Routen und den Weg zu einem bestimmten Ort. Den Ort finden und den Weg dorthin finden. Wir haben Millionen von Änderungen vorgenommen, Millionen von Standorten hinzugefügt und die Karten aktualisiert. Und all das in den letzten sechs Jahren.“

Es ist erwähnenswert, dass einige der Standortdaten, die Apple mit Lidarsensoren sammelt, potenziell für die Entwicklung von autonomen Fahrsystemen genutzt werden können.

Mapping ist zu einer Kernfunktion moderner mobiler Geräte geworden, und obwohl Google Maps der Goldstandard bleibt, ist der Service für Apple immer noch wichtig genug, um im Wettbewerb zu bestehen. Das vielleicht mächtigste Tool von Apple ist, dass Apple Maps die Standardkartenanwendung für Systemfunktionen ist (was zu kartellrechtlichen Bedenken geführt hat, ähnlich wie andere Szenarien mit gebündelter Software). Während Apple Maps den Verkauf des iPhones wahrscheinlich nicht direkt ankurbeln wird, ist das Unternehmen der Ansicht, dass es damit ein höheres Maß an Privatsphäre bieten kann – eine Debatte, die im Laufe der Zeit immer mehr an Bedeutung gewonnen hat.

Der Wert der Privatsphäre

Werbung ist Googles primäre Monetarisierungsstrategie für Google Maps, bei der Anzeigen für lokale Unternehmen auf Basis der eingegebenen Mapping-Abfrage erscheinen. Apple scheut sich wegen der damit verbundenen Datenschutzkompromisse vor dem Werbegeschäft und verkauft Werbung nur, um Drittanbietern wie iOS-Entwicklern dabei zu helfen, ihre Anwendungen besser zu monetarisieren.

Alle Daten, die Apple für Apple Maps sammelt, sind dem Bericht zufolge fragmentiert und anonymisiert. Wenn du jemals eine E-Mail von Google erhalten hast, in der du aufgefordert wirst, einen Ort zu überprüfen, den du kürzlich besucht hast – ohne auch nur eine Wegbeschreibung von Google Maps abzurufen, aber mit dem Handy in der Tasche –, dann weißt du, welche Datenschutzbedenken ich meine.

Da die Verbraucher nach verschiedenen Skandalen sensibler auf Datenschutzlücken reagieren, ist es wertvoll, diese Dienste in einer Weise anzubieten, die keine Einschränkungen bei der Privatsphäre verursacht. Ob das Apple hilft, iPhones zu verkaufen, bleibt abzuwarten.

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Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Evan Niu auf Englisch verfasst und am 29.06.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien) und Apple. The Motley Fool hat folgende Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

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