Apple: Der AppStore-Umsatz steigt weiter

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

Vor etwa einem Jahr kündigte Tim Cook, CEO von Apple (WKN:865985), ein ehrgeiziges Ziel an, den Serviceumsatz des Unternehmens innerhalb von vier Jahren zu verdoppeln. Der App Store wird eine wichtige Rolle beim Wachstum spielen müssen, da er der größte Teil des Segments ist.

So weit, so gut. Der Dienstleistungsumsatz erreichte im Geschäftsjahr 2017 einen Wert von 30 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 23 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Selbst ohne eine günstige einmalige Umsatzbereinigung in Höhe von 640 Millionen US-Dollar hätte Apple einen Anstieg der Service-Umsätze um 21 % verzeichnet. Das solide Umsatzwachstum im App Store war einer der Hauptgründe für dieses starke Ergebnis.

Die Bedeutung des App Stores

In den letzten Jahren hat Apple Anfang Januar regelmäßig Details über die Umsatzentwicklung im App Store für das vorangegangene Kalenderjahr bekannt gegeben. Vor vier Jahren stellte man fest, dass die Kunden im Jahr 2013 mehr als 10 Milliarden US-Dollar im App Store ausgegeben hatten, womit Apples 30 %ige Marge bei mehr als 3 Milliarden US-Dollar lag.

Das Transaktionsvolumen stieg dann im Jahr 2014 um 50 % auf über 15 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2015 überschritt der Bruttoumsatz des App Store die 20-Milliarden-Dollar-Marke, was ein Wachstum von etwa 30 % bis 40 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Für 2016 gab Apple bekannt, dass die Entwickler mehr als 20 Milliarden US-Dollar verdient haben – mehr als 40 % mehr als im Jahr zuvor – was 29 Milliarden US-Dollar entspricht.

So hat sich der Umsatz im App Store zwischen 2013 und 2016 etwa verdreifacht. Dies trug dazu bei, dass der App Store bis 2016 zum größten Umsatztreiber im Apple Servicegeschäft wurde und 33 % des Umsatzes ausmachte, so Amit Daryanani von RBC Capital.

Ein weiterer App-Store-Rekord

Am Donnerstag verriet Apple, dass die Verkäufe im App Store im vergangenen Jahr weiter stark gewachsen sind. Die iOS-Entwickler haben 2017 26,5 Milliarden US-Dollar verdient, mehr als 30 % mehr als im Vorjahr, und die Kunden haben in der Woche, die am Heiligabend beginnt, einen Rekord von 890 Millionen US-Dollar im App Store ausgegeben.

Es gibt jedoch einen wichtigen Vorbehalt, den Anleger beachten sollten. Ende 2016 änderte Apple seine Richtlinie zur Aufteilung der Einnahmen für abonnementbasierte Apps. Für Leute, die sich für einen Video-Streaming-Service über den App Store (oder ein Apple TV) anmelden, hat Apple seine Marge von 30 % auf 15 % reduziert. Für Non-Video-Abonnement-Services bleibt die Gebühr von Apple in den ersten 12 Monaten bei 30 %, danach sinkt sie auf 15 %.

Infolgedessen beginnen die Zahlungen an die Entwickler, den Anteil von Apple an den App-Store-Umsätzen zu übertreffen. Basierend auf einer sauberen Umsatzaufteilung von 70/30, hätte Apples Umsatz aus dem App Store im vergangenen Jahr 11,4 Milliarden US-Dollar betragen. Im Gegensatz dazu, wenn die durchschnittliche Umsatzaufteilung 71/29 betragen würde, würde die am Donnerstag veröffentlichte Statistik 10,8 Milliarden US-Dollar an Einnahmen für Apple implizieren.

Owohl sich die reduzierte Gebühr für Abonnementdienste im Jahr 2017 negativ auf Apples Gewinn aus dem App Store auswirkte, dürfte der Nettoumsatz dennoch stark gestiegen sein. Zudem könnte sich dieses Opfer langfristig auszahlen, indem der App Store zu einem attraktiveren Vertriebskanal für Abo-Dienste wird.

Mehr Wachstum in Sicht

Mit Blick in die Zukunft könnten neue Augmented Reality (AR)-Funktionen wie 3D-Sensorik, die in der neuesten Generation von iPhones enthalten sind, ein bedeutendes Wachstumspotenzial für den App Store erschließen. Im Moment kann nur ein kleiner Teil der iPhone-Nutzer, die auf die neuesten Modelle aufgerüstet haben, diese Funktionen nutzen.

Wenn Apple sich jedoch in den frühen Phasen eines „Superzyklus“ der iPhone Verkäufe befindet – wie viele die Analysten glauben – könnte es innerhalb von ein bis zwei Jahren eine riesige installierte Basis von AR-fähigen Geräten geben. Dies wird es für iOS-Entwickler lohnenswert machen, massiv in die Entwicklung ansprechender Apps mit diesen neuen Funktionen zu investieren.

Basierend auf der hervorragenden Erfolgsbilanz des App Stores ist es sehr wahrscheinlich, dass es Entwicklern gelingen wird, die AR-Funktionen des neuen iPhones zu nutzen, um überzeugende Apps zu entwickeln, die die nächste Welle des Umsatzwachstums im App Store vorantreiben werden.

Mehr Lesen

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple.

The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple, Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

Dieser Artikel von Adam Levine-Weinberg erschien am 6.1.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Motley Fool Deutschland 2018