Mit der App dieser Gründer wird jeder zum Influencer

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Oliver Krause (links), Martin Westphal (oben) und Woundioun Sissoko bauen Yamuntu aus Hamburg heraus auf.
Oliver Krause (links), Martin Westphal (oben) und Woundioun Sissoko bauen Yamuntu aus Hamburg heraus auf.

Seine erste Million Euro Wagniskapital bekam Woundioun Sissoko mit 21 Jahren. Im Juni schloss der Erfinder der Cashback-App Yamuntu seine erste Finanzierungsrunde ab – nach rund zwei Jahren Arbeit. Mit dem Tool des Hamburger Startups kann jeder zum Influencer werden und Geld mit Produkten verdienen. Gerade für die Generation Z ein Traumberuf, glaubt man Umfragen.

Die potenziellen Influencer registrieren sich auf Yamuntu und kaufen bei einem der derzeit 20 Partner-Shops ein. Das sind etwa About You, die Streetwear-Marke Overkill oder der Socken-Hersteller Snocks. Die gekauften Produkte müssen dann bei Tiktok oder Instagram veröffentlicht und mit einem Sticker versehen werden. Auf dem steht beispielsweise „Sponsored by About You“. Diese Kennzeichnungen stellt Yamuntu über die App bereit. Im Anschluss bekommen die Shopper fünf bis 30 Euro zurücküberwiesen, je nach Höhe des Einkaufskorbs. Einzige Voraussetzung: Sie müssen mindestens 100 Follower haben.

Für die Onlineshops bedeute das eine größere Reichweite für wenig Geld, so der Gründer. Anders als Influencer mit Hunderttausenden Fans, für die die Anbieter teils große Summen in die Hand nehmen, teile die Zielgruppe von Yamuntu authentische Bilder, die vor allem der Freundeskreis sehe. Das schaffe Vertrauen. Und Sticker wie „Sponsored by About You“ bedeute den Nutzern obendrein noch „Prestige“.

Geld vom Trivago-Gründer

Das Startup erhält pro Bestellung eine Provision zwischen 15 und 25 Prozent vom Shop. Das Cashback errechnet sich auch prozentual. Bei einem Warenkorb von 100 Euro bekommt Yamuntu beispielsweise 20 Euro vom Händler, davon gehen etwa zehn Euro an den Kunden, der Rest fließt in die Kasse des Startups. Wie viel die Hamburger damit bislang umgesetzt und wie viele Kunden sie haben, will Sissoko nicht sagen. Schätzungen des Analysetools Airnow Data zufolge haben seit Ende 2019 bislang 60.000 Leute die App heruntergeladen.

Die Idee für das Cashback-Tool sei dem Gründer während des Abiturs 2018 gekommen. Beim Next Commerce Accelerator ein Jahr später gründete er das Projekt aus. Seit einem Jahr übernimmt der 20-jährige Oliver Krause die Produktentwicklung der App. Kurz darauf ließ sich der langjährige About-You-Entwickler Martin Westphal überzeugen, seinen gut bezahlten Job gegen einen Posten also CTO bei dem jungen Startup einzutauschen.

Das Potenzial der App sehen auch bekannte Investoren. In der Seed-Runde im Juni stiegen diverse Business Angels ein, darunter Trivago-Gründer Rolf Schrömgens und Mister-Spex-Mitgründer Philipp Frenkel. Innerhalb eines Jahres ist das Team von drei auf 15 Personen gewachsen. Die meisten Mitarbeiter sind ebenfalls Anfang 20, verkörpern die Zielgruppe der App. Manche haben die Schule abgebrochen, um als Freelancer zu arbeiten, andere haben bereits einige Jahre Berufserfahrung.

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