Apothekenkette CVS kauft Krankenversicherer Aetna


Die US-Drogerie- und Apothekenkette CVS übernimmt den Krankenversicherer Aetna für rund 69 Milliarden Dollar (58 Milliarden Euro). Die Fusion soll es CVS ermöglichen, die steigenden Gesundheitsausgaben durch günstigere medizinische Dienste in Apotheken abzufedern. CVS ist eine der größten Drogerie- und Pharmaketten der USA, Aetna einer der ältesten Krankenversicherer des Landes.

CVS werde die Übernahme in bar und eigenen Aktien bezahlen, teilten beide Unternehmen am Sonntag mit. Nach der Fusion würden die jetzigen Aetna-Aktionäre 22 Prozent an dem neuen Unternehmen halten. Insider hatten schon im Oktober gesagt, die Firmen seien seit Monaten in Gesprächen.

Pro Aktie bezahlt CVS Medienberichten nach 207 Dollar, 145 Dollar davon in bar und 67 Dollar in neuen Aktienanteilen. Das entspricht einem Aufschlag von 29 Prozent auf den Aetna-Aktienkurs vom 25. Oktober – dem Tag, bevor die Konzerne Gespräche über eine Fusion aufgenommen haben sollen. Von CVS übernommene Schulden mit eingerechnet steigt die Gesamtsumme des Geschäfts sogar auf 78 Milliarden Dollar.

Das mit einer Mischung aus Bargeld und Schulden bezahlte Geschäft vereint die größte Apothekenkette der Vereinigten Staaten mit dem dem drittgrößten Krankenversicherer des Landes. CVS betreibt mehr als 9700 Drogerien und 1100 Ambulanzen, bei Aetna sind rund 22 Millionen Menschen versichert.


Durch den Deal könnte CVS neue Kunden gewinnen – vor allem für die zunehmende Zahl von medizinischen Dienstleistungen, die das Unternehmen anbietet. Endgültig zum Abschluss kommen könnte die Fusion nach Insiderinformationen in der zweiten Jahreshälfte 2018.

Nach Abschluss des Deals soll Aetna als eigenständige Tochter weiterbestehen und auch von den bisherigen Führungskräften des Versicherers weitergeführt werden. So soll Aetna-Chef Mark Bertolini in die Führungsetage von CVS wechseln, gemeinsam mit zwei anderen Managern.

Anfang 2017 hatte ein Bundesgericht untersagt, dass Aetna den Rivalen Humana kauft. Grund waren Wettbewerbsbedenken.