'WSJ': General Electric stellt Zuggeschäft auf den Prüfstand

dpa-AFX

NEW YORK (dpa-AFX) - Der US-Mischkonzern General Electric (GE) stellt offenbar sein Zuggeschäft auf den Prüfstand. Erwägt werde die Suche nach einem Partner, eine Ausgliederung oder ein Verkauf, berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ/Freitagausgabe) unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Der neue Chef John Flannery hatte vergangene Woche wegen schwacher Geschäfte die Jahresprognose drastisch gekappt und eine Verschlankung des Konzerns angekündigt. So will sich der Konzern in den kommenden Jahren von Geschäften im Wert von 20 Milliarden US-Dollar trennen.

GE fertigt vor allem Fracht-Diesellokomotiven. Konkurrenten wie Siemens oder Alstom , die vor ein paar Wochen den Zusammenschluss ihres Zuggeschäfts angekündigt hatten, sind dagegen eher im Passagiergeschäft tätig. Daneben fertigt die GE-Sparte noch Bergbauausrüstung sowie Schiffsmotoren.

Die Bahnindustrie befinde sich im Abwärtstrend, hieß es aus den Kreisen. Daher sei jetzt der beste Zeitpunkt für GE auszusteigen. Was das Geschäft wert ist, ist noch unklar. Die Zugsparte von GE verzeichnete in den ersten neun Monaten einen Umsatzrückgang von 8 Prozent und ein Gewinnminus von 15 Prozent. Im vergangenen Jahr trug die Sparte 4,7 Milliarden zum GE-Umsatz von knapp 124 Milliarden Dollar bei.

GE ist laut der Zeitung auch nach der Suche nach einem Käufer für sein Geschäft mit Informationstechnologie für die Gesundheitsbranche. Dabei könnte der Bereich ganz oder in Teilen veräußert werden. Auch hier ist der Wert der Sparte unklar. Eine GE-Sprecherin wollte sich gegenüber der Zeitung nicht äußern.