'WSJ': Broadcom sichert sich 100 Milliarden US-Dollar für Qualcomm-Gebot

dpa-AFX

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Chiphersteller Broadcom hat sich einem Bericht zufolge den Großteil der Finanzierung für eine mögliche Übernahme des Wettbewerbers Qualcomm gesichert. Ein Bankenkonsortium, zu dem auch die Deutsche Bank gehöre, habe sich zur Bereitstellung von Kreditlinien von bis zu 100 Milliarden US-Dollar bereit erklärt, berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ) in der Nacht zum Montag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Insgesamt habe Broadcom zwölf Banken versammelt, um den Betrag bereitzustellen.

Zudem wollten mit KKR und CVC Capital Partners nun zwei weitere gewichtige Beteiligungsgesellschaften bei dem Deal mitmischen. Sie wollten zusammen mit Silver Lake, das den geplanten Qualcomm-Kauf schon länger unterstützt, sechs Milliarden Dollar in Form wandelbarer Schulden beisteuern. Silver Lake habe zuvor schon fünf Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.

Broadcom hat seine Offerte für Qualcomm jüngst auf 146 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden erhöht. Doch das umworbene Unternehmen hält den Preis nach wie vor für zu niedrig. Laut dem "WSJ" sind weitere Verhandlungen Anfang dieser Woche geplant. Broadcom war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Wie teuer die mögliche Übernahme genau wird, hängt auch davon ab, ob die von Qualcomm geklappte Übernahme von NXPklappt.

Qualcomm hatte die geplante Übernahme im Oktober 2016 angekündigt und 110 Dollar je Aktie oder insgesamt 47 Milliarden Dollar ausgerufen. Doch bisher ist das Interesse der NXP-Aktionäre sehr gering, so dass Qualcomm die Angebotsfrist bis 23. Februar verlängert hat.

Broadcom hatte wiederum Anfang vergangener Woche angekündigt, das Angebot für Qualcomm aufzustocken. Den Qualcomm-Aktionären soll dabei 82 Dollar je Aktie - 60 Dollar davon in bar, 12 Dollar davon in Broadcom-Aktien - geboten werden.

Sollte es zu der Offerte kommen, beträgt der Baranteil bei der aktuellen Anzahl an Qualcomm-Aktien knapp 90 Milliarden Dollar. Am Markt glauben derzeit die meisten Investoren nicht, dass es zu einer konkreten Offerte kommt und diese von den Aufsichtsbehörden durchgewunken wird: Die Qualcomm-Aktie kostete zuletzt mit 64 Dollar deutlich weniger als die von Broadcom insgesamt in Aussicht gestellten 82 Dollar.