'SZ': Bund hat vor G20-Gipfel Versicherungsangebot abgelehnt

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung hat vor dem G20-Gipfel in Hamburg die Möglichkeit einer Versicherung gegen Schäden durch gewalttätige Proteste nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" nicht genutzt. Das Auswärtige Amt habe es abgelehnt, eine solche Police abzuschließen. Dies gehe aus einem Schreiben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor, schreibt das Blatt. Gründe für die Absage seien nicht genannt worden. Der Verband GDV wollte den Bericht nicht kommentieren, vom Auswärtigen Amt war bis zum Dienstagnachmittag in Berlin keine Stellungnahme zu erhalten.

Beim kleineren G7-Gipfel der führenden westlichen Industrieländer in Elmau vor zwei Jahren hat es laut "SZ" eine solche Versicherung gegeben. Sie helfe Privatleuten und kleinen Gewerbetreibenden, die nicht durch ihre eigene Versicherung entschädigt werden, weil das Risiko ausgeschlossen oder nicht abgesichert worden sei.

Während und nach dem zweitägigen G20-Gipfel der führenden Industrie- und Schwellenländer wurden von Randalierern zahlreiche Autos in Brand gesteckt, Geschäfte geplündert, Fenster eingeschlagen sowie Fassaden und Straßen massiv beschädigt. Hamburg und der Bund loten rasche Hilfen und Entschädigungen für Opfer der Verwüstungen aus.

Vor dem G7-Gipfel in Elmau hatte die Bundesregierung dem Bericht zufolge einen Versicherungsvertrag mit einem Konsortium von Versicherern abgeschlossen, das Opfern von Protestaktionen Entschädigungen leisten sollte. Der GDV habe dem Auswärtigen Amt eine ähnliche Lösung für den G20-Gipfel in Hamburg angeboten. Doch es sei zu keinem Abschluss gekommen. Seinen Mitgliedsunternehmen habe der GDV daraufhin mitgeteilt, dass die öffentliche Hand für den anstehenden G20-Gipfel in Hamburg "keine privatwirtschaftlich getragene Ergänzungsdeckung für Sachschäden erwerben" werde.