An einem Apfel lässt sich zeigen, wie kaputt unsere Lebensmittel-Industrie ist

Dr. Otto Scharmer
Wir müssen unseren Umgang mit Lebensmitteln überdenken.

Äpfel zu kaufen und zu essen, scheint eigentlich eine sehr gesunde Sache zu sein. Aber eine neue Studie zeigt, dass dem nicht so ist: Jedes Kilogramm konventionell gezüchteter Äpfel hat gesundheitliche Auswirkungen und kostet die Gesellschaft 21 Cent.

Schuld sind Pestizide und Fungizide, die zu krankheitsbedingten Arbeitsausfällen und schließlich zu einer kürzeren Lebenserwartung führen.

Die Studie erschien Ende Mai und wurde von der niederländischen Organisation “Soil & More Impacts” durchgeführt.

Sie zeigt ein Schlüsselproblem auf: Der Preis, den man im Laden für Äpfel bezahlt, deckt nicht die versteckten Kosten, die bei der Produktion anfallen.

Stattdessen werden diese von der Gesellschaft getragen – durch die immer weiter steigenden Kosten für die Gesundheitsvorsorge und Krankenversicherungen.

Als Kunden bestimmen wir, wieviel uns die Umwelt und unsere Gesunheit wert sind

Das Beispiel mit dem Apfel ist kein Einzelfall; es ist ein Anhaltspunkt für das größere Ganze.

Die Landwirtschaft ist die größte Industrie weltweit. Eine Milliarde Menschen auf der Welt arbeiten im Agrarsektor. Weide- und Ackerland nimmt rund 50 Prozent der bewohnbaren Fläche auf der Erde ein.

Die Agrarwirtschaft ist außerdem eine der umweltschädlichsten Industrien auf dem Planeten – auch wenn es einer der stärksten Einflüsse für das Gute sein könnte.

Es ist einfach, sich von dem Problem zu distanzieren. Die meisten Leute sind keine Landwirte und müssen sich auch nicht täglich mit diesen Themen beschäftigen.

Dabei ist es unsere tägliche Auswahl an Lebensmitteln, die die Produktionsmethoden in der Landwirtschaft...

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