AOK kontert AfD-Hetze

Die AfD wollte hetzen, die AOK reagierte aber prompt (Bild: dpa)

Als die Berliner “Morgenpost“ berichtete, der Charité würden Millionenbeträge durch nicht bezahlte Rechnungen entgehen, schrillten beim Landesverband der AfD die Alarmglocken. Die angeblich Schuldigen: Asylbewerber und Medizintouristen. Die AOK widerlegt die Behauptung – in einem Tweet, der sich gewaschen hat.

70 Millionen fehlen der Berliner Charité aktuell in der Kasse, weil etliche Rechnungen noch offen stehen. Das berichtete die “Morgenpost“ und schrieb auch, die Zahlungssäumigen kämen vor allem aus Ländern wie Saudi-Arabien, Russland, Libyen und Australien. Medizintouristen sind für Krankenhäuser extrem lukrativ und bringen auch dadurch Geld in die Kassen der Länder, weil sie oft mit ihren Familien anreisen. Diese wiederum kurbeln die Hotellerie an und geben auch gerne mal Geld beim Shoppen aus.

Wie auch in dem Bericht zu lesen war, liegt den offenen Rechnungen auch ein Versäumnis des Krankenhauses selbst zugrunde: Die Charité hatte schlicht keine ordentlichen Rechnungen verschickt und auch keine Mahnungen. Die AfD Berlin pfiff aber auf die Erklärung und twitterte kurzerhand: “Asylbewerber sowie Medizintouristen aus Moskau und Riad liegen uns auf der Tasche – die AOK Beiträge steigen weiter …”

Die in dem Tweet explizit genannte Krankenkasse wollte und konnte das so nicht stehen lassen und setzte ihrerseits einen Tweet ab. Darin schrieb der Bundesverband: “Wissen gegen Behauptungen: 1. Privatpatienten aus dem Ausland erhalten keine #GKV-Leistung. 2. Für Asylbewerber übernimmt der Staat alle notwendigen Kosten. Die Charité verliert dadurch keinen Cent. 3. Der durchschnittliche GKV-Beitrag sinkt auf 1 %.“ Die Botschaft der AOK ist deutlich: Erst denken, dann twittern!