Anwohner am BER haben Anspruch auf Schallschutz auch in Küche und Wintergarten

Anwohner rund um den Hauptstadtflughafen BER haben ein Recht auf Schallschutz auch für ihre Wohnküchen und Wintergärten

Anwohner rund um den Hauptstadtflughafen BER haben ein Recht auf Schallschutz auch für ihre Wohnküchen und Wintergärten. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gab am Dienstagabend einer Klage mehrerer Anwohner statt, die sich gegen den geltenden Planfeststellungsbeschluss gewandt hatten. Dieser sah bislang nur einen Anspruch auf Schallschutzmaßnahmen für Wohn- und Aufenthaltsräume vor. (Az.: OVG 6 A 1.17, 3.17 und 13.17)

Bei den Küchen der Kläger handle es sich um Wohnküchen, die nicht nur der Zubereitung von Mahlzeiten, sondern auch dem Wohnen dienten, argumentierte das Gericht. Dies gelte auch für eine Wohndiele, die sowohl als Hauseingangsbereich als auch als Wohnzimmer genutzt werde sowie für einen Wintergarten, der zur Wohnnutzung geeignet sei, und für einen zum Kinderzimmer ausgebauter Boden unter dem Dach.

Eine Revision zum Bundesverwaltungsgericht ließ das OVG nicht zu. Fragen zum Schall- und Lärmschutz rund um den BER und damit verbundene zusätzliche Kosten beschäftigen den Bau seit Jahren. Die wegen zahlreicher technischer Mängel um Jahre verzögerte Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens ist derzeit für Oktober 2020 geplant. Allerdings war zuletzt schon abzusehen, dass die Kapazität des Flughafens nicht ausreicht, um das erwartete Passagieraufkommen zu bewältigen.