Anwalt: Guatemalas Ex-Diktator Ríos Montt gestorben

Der frühere Diktator von Guatemala, Efraín Ríos Montt, ist nach Angaben eines seiner Anwälte tot. Der einstige Staatschef, der in Guatemala von 1982 bis 1983 an der Macht war, starb am Sonntag im Alter von 91 Jahren in seinem Wohnhaus an Herzversagen, wie der Anwalt Jaime Hernández mitteilte. Ríos Montt wurden in einem seit Jahren andauernden Verfahren wegen des gewaltsamen Vorgehens gegen Ureinwohner Guatemalas Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

Im Mai 2013 verurteilte ein Gericht den greisen Ex-Diktator zu 80 Jahren Haft. Das Verfassungsgericht Guatemalas hob dieses Urteil jedoch binnen weniger Tage auf und ordnete ein neues Verfahren an. Dieses begann im März 2016 in Abwesenheit des Angeklagten, der nach Angaben seiner Anwälte an Demenz litt.

Ríos Montt wurde vorgeworfen, für die Ermordung von 1771 Angehörigen der Ixil-Volksgruppe verantwortlich gewesen zu sein, als er 1982/83 auf dem Höhepunkt des 36-jährigen Bürgerkrieges in Guatemala an der Macht war. Er soll eine gezielte Vernichtungspolitik gegen die Ixil in Gang gesetzt haben, die damals verdächtigt wurden, mit linksgerichteten Guerillagruppen zu kollaborieren.