Anwalt fordert von Putin Schadenersatz für Opfer von MH17-Abschuss

Ein US-Anwalt hat von Russlands Staatschef Wladimir Putin Schadenersatz für die Opfer von Flug MH17 gefordert, der über der Ostukraine abgeschossen worden war. Der Vertreter der Angehörigen, Jerome Skinner, bezeichnete Putin am Mittwoch in einem Beitrag in der australischen Tageszeitung "Sydney Morning Herald" als einzige Person, die den Fall aufklären könne. Der Abschuss des Flugzeugs, bei dem 298 Menschen getötet wurden, jährt sich am 17. Juli zum dritten Mal.

"Meine Klienten haben drei Jahre gewartet, Herr Putin. Es gibt immer noch keine Übernahme der Verantwortung", betonte US-Anwalt Skinner. Er forderte Putin direkt auf: "Entschädigen Sie endlich die Opfer dieser Tragödie." Der Anwalt, der Angehörige aus den Niederlanden, Australien, Neuseeland und Malaysia vertritt, kündigte an, er werde "den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und jeden anderen Weg nutzen, um den Kreml zur Verantwortung zu ziehen".

Vergangene Woche verständigte sich das Gemeinsame Ermittlungsteam (JIT), das den Fall untersucht, dass die mutmaßlichen Verantwortlichen für den Abschuss in den Niederlanden vor Gericht gestellt werden sollen. Nach wie vor ist aber umstritten, wer für den Abschuss verantwortlich ist. Moskau bestreitet jede Beteiligung und weist Kiew die Schuld zu.

Flug MH17 war am 17. Juli 2014 auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ostukraine abgestürzt, alle 298 Insassen kamen ums Leben, darunter 196 Niederländer. Kiew und der Westen vermuten, dass prorussische Rebellen das Flugzeug mit einer russischen Boden-Luft-Rakete abgeschossen haben.

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