Anwälte von Puigdemont gehen juristisch gegen Antrag auf Auslieferungshaft vor

Das deutsche Verteidigerteam des ehemaligen katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont geht juristisch gegen die von der schleswig-holsteinischen Generalstaatsanwaltschaft betriebene Auslieferung ihres Mandanten nach Spanien vor. Es seien bereits Anträge auf Zurückweisung gegen das von der Anklagebehörde bei Gericht eingereichte Ersuchen gestellt worden, erklärte Anwalt Till Dunckel am Dienstag in Hamburg.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Schleswig hatte am Dienstag entschieden, einen Auslieferungshaftbefehl für den seit gut einer Woche in einem Gefängnis im schleswig-holsteinischen Neumünster in Gewahrsam sitzenden Politiker zu beantragen. Darüber entscheiden muss das Oberlandesgericht in Schleswig.

Der Antrag der Staatsanwaltschaft sei "von allen Beteiligten" erwartet worden, hieß es in der Mitteilung der Anwälte von Puigdemont. Dieser und seine Strafverteidiger vertrauten "auf eine unabhängige und sachgerechte Prüfung" durch das Gericht.

Puigdemont war am 25. März auf Grundlage eines von einem Gericht in Madrid erneuerten europäischen Haftbefehls bei der Durchreise durch Schleswig-Holstein festgenommen worden. Die Festnahme des katalanischen Politikers war die jüngste Wendung im Konflikt um eine Abspaltung Kataloniens von Spanien, der nach einer Volksabstimmung und der einseitigen Verkündung der Unabhängigkeit durch die Region im Oktober eskaliert war.