Antonio Conte über WM-Aus Italiens: "Trainerwechsel reicht nicht"

Der Trainer der Blues sieht die Lage in seiner Heimat mehr als kritisch. Conte selbst werde den vakanten Posten als Nationaltrainer nicht übernehmen.

Antonio Conte hat dementiert, Kandidat für die Nachfolge des geschassten italienischen Nationaltrainers Gian Piero Ventura zu sein. Zudem sprach der Trainer des FC Chelsea Klartext, was die Zukunft der Squadra Azzurra angeht. 

"Im Moment bin ich sehr fokussiert darauf, bei Chelsea mein Bestes zu geben. Mein eigener Fokus ist der, Chelsea weiter zu entwickeln", erteilte er allen Spekulationen um die Nachfolge Venturas eine Abfuhr. "Es geht darum, mit diesem Team eine gute Basis zu schaffen. Wir haben in der letzten Saison den Titel gewonnen, wissen aber sehr gut, dass noch eine Menge Arbeit vor uns liegt."

"Ich fühle mich wie jeder andere Italiener. Vor allem bin ich sehr traurig", gab er zudem Einblicke in seine Gefühle bezüglich des bitteren Playoff-Ausscheidens gegen Schweden. "Das ist ein dunkler Moment für unseren Fußball, weil wir nach 60 Jahren die WM verpasst haben. Jeder weiß um die Wichtigkeit des Fußballs in Italien."

"Das ganze Land versagt"

Nun gelte es, durchzugreifen. "Man muss jetzt gemeinsam versuchen, eine Lösung zu finden. Jeder muss die Verantwortung übernehmen, nicht nur zwei oder drei Personen", so der 48-Jährige. "Wenn du versagst, versagt das ganze Land und nicht nur zwei oder drei Schuldige."

"Es gilt jetzt einen Trainer zu finden und er muss etwas verändern, tiefgreifend. Es ist nicht genug, nur den Trainer zu wechseln. Man muss dieser Person auch die Möglichkeit geben, wirklich etwas zu verändern", führte er weiter aus. 

Conte steht mit dem FC Chelsea auf Platz vier der englischen Premier League. Der Rückstand auf Platz eins, den Manchester City bekleidet, beträgt bereits neun Zähler, was zuletzt Gerüchte bezüglich eines Abgangs Contes befeuerte.