Antisemitismus an Schulen: Zentralrat der Muslime will Imame in Klassen schicken

Als Reaktion auf die Berichte über antisemitische Vorfälle an Schulen will der Zentralrat der Muslime Imame in Schulklassen schicken. "Wir stellen zunächst konkret zehn Imame bereit, die vorzugsweise mit Rabbinern in die Klassen gehen und für Dialog, Aufklärung und gegenseitige Achtung aus ihrem religiösen Selbstverständnis werben", sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

"Ich würde mich freuen, wenn die jüdischen Gemeinden mitmachen, dann könnten wir schon heute in Berlin beginnen und in Folge dies bundesweit ausbauen", fügte Mazyek hinzu. Zusätzlich stelle der Zentralrat der Muslime junge "Peertrainer" für religiöse und weltanschauliche Vielfalt und Verständigung zu Verfügung.

Aktueller Anlass für die Debatte ist der Fall an einer Berliner Grundschule, wo ein jüdisches Mädchen bedroht worden sein soll. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, äußerte am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin" den Eindruck, dass solche Vorfälle vor allem im großstädtischen Milieu zunähmen. Berlin nehme dabei offensichtlich "leider eine führende Rolle" ein.