Antisemitische Klebebilder: Italienischer Verband ermittelt gegen Lazio

Lazio muss erneut für das Fehlverhalten einiger Anhänger den Kopf hinhalten. Der italienische Verband ermittelt wegen antisemitischer Klebebilder.

Dem italienischen Erstligisten Lazio Rom droht erneut Ärger wegen des Verhaltens seiner Fans. Der italienische Fußballverband FIGC hat eine Untersuchung gegen des Ex-Klub von Weltmeister Miroslav Klose aufgrund von Klebebildern mit antisemitischen Slogans eingeleitet. Auf den Bildern im Olympiastadion war Anne Frank in einem Trikot des Stadtrivalen AS Rom zu sehen.

Die berüchtigte Curva Nord war nach rassistischen Gesängen der Lazio-Fans zuletzt schon gesperrt worden. Nun drohen Lazio weitere Sanktionen und eine hohe Geldstrafe. Die Polizei hat ebenfalls Ermittlungen aufgenommen. FIGC-Präsident Carlo Tavecchio verurteilte die Aktion als "unsägliches Verhalten".

Auch Ruth Dureghello, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Rom, verurteilte die Ausschreitungen auf das Schärfste: "Das ist keine Tribüne, das ist nicht Fußball, das ist kein Sport. Judenfeindlichkeit aus den Stadien!"

Der Verein wies derweil darauf hin, dass Lazio stets jegliche Form von Rassismus verurteilt habe. Arturo Diaconale, Vereinssprecher von Lazio, zeigte sich schockiert und beklagte: "Wir sind sprachlos nach diesem Tatbestand, der eindeutig eine kleine Gruppe unter der Masse, die sich immer fair verhalten hat, involviert. Wir sind besorgt, dass eine kleine Zahl an Unbedachten dem Klub, der sich schwer tut, mit der Zeit zu gehen, solch einen großen Schaden zufügen kann."