Antidiskriminierungsstelle: Länder bei Antisemitismus an Schulen in der Pflicht

Nach Berichten über antisemitische Vorfälle an Schulen hat die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, die Länder zum Handeln aufgefordert. "Die aktuellen Vorfälle an Berliner Schulen zeigen einmal mehr, wie nötig eine wirksame Antidiskriminierungspolitik im Bildungsbereich ist", sagte Lüders am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. "Schule ist Ländersache, und die Länder müssen ihrer Verantwortung gerecht werden."

In allen Ländern müsse es unabhängige Beschwerdestellen geben, "die in Diskriminierungsfällen ermitteln und den Bildungsverwaltungen konkrete Sanktionen empfehlen können", fügte Lüders hinzu. Diskriminierungen und Mobbing müssten zwingend Konsequenzen haben. "Antisemitisches Mobbing und andere Diskriminierungen dürfen nicht als 'Streitigkeit' verharmlost werden."

Aktueller Anlass für die Debatte ist der Fall an einer Berliner Grundschule, wo ein jüdisches Mädchen bedroht worden sein soll. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, äußerte am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin" den Eindruck, dass solche Vorfälle vor allem im großstädtischen Milieu zunähmen. Berlin nehme dabei offensichtlich "leider eine führende Rolle" ein.